Chile: Tote bei Waldbränden | Weather.com
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Waldbrände wüten in Chile: Mindestens 18 Tote

Schwere Waldbrände halten Chile in Atem. In den betroffenen Regionen gilt der Notstand. Die Zahl der Todesopfer ist gestiegen.

Waldbrände wüten in bewaldeten Gebieten in der Nähe von Concepción, Chile, am Sonntag, 18. Januar 2026. (AP Photo/Javier Torres)
18. Januar 2026: Waldbrände wüten in bewaldeten Gebieten in der Nähe von Concepción, Chile
(AP Photo/Javier Torres)

Waldbrände in Chile haben mindestens 18 Menschen das Leben gekostet. Behördenangaben zufolge wurden bei den Bränden im Zentrum und Süden des Landes zudem Hunderte Häuser zerstört. Rund 50.000 Menschen mussten evakuiert werden. Nach Angaben der nationalen Forstbehörde haben die Brände bislang rund 8500 Hektar Land verwüstet. Der chilenische Präsident Gabriel Boric rief im Biobío-Gebiet sowie in der benachbarten Region Ñuble, rund 500 Kilometer südlich der Hauptstadt Santiago, den Katastrophenzustand aus.

In der schwer getroffenen Stadt Concepción sprach Boric den Opfern seine Unterstützung und sein Beileid aus und warnte, dass die Zahl der Todesopfer voraussichtlich noch steigen werde. Die erste Priorität sei in solchen Notlagen die Eindämmung des Feuers. "Aber wir dürfen zu keinem Zeitpunkt vergessen, dass es hier menschliche Tragödien gibt, Familien, die leiden", sagte Boric. "Das sind schwierige Zeiten."

Hitze und starke Winde behindern Löscharbeiten

Zuvor hatten sich lokale Behörden beschwert, weil zunächst keine staatliche Hilfe zur Unterstützung angerückt war. "Lieber Präsident Boric, von ganzem Herzen: Ich bin seit vier Stunden hier, eine Gemeinde brennt, und es gibt keine (staatliche) Präsenz", sagte Rodrigo Vera, Bürgermeister der kleinen Küstenstadt Penco in der Region Biobío, am Sonntagmorgen einem lokalen Radiosender.

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Feuerwehrleute hatten große Mühe, die Flammen zu löschen, weil Hitze und starke Winde ihre Arbeit behinderten. Am Sonntag stiegen die Temperaturen in Chile auf über 38 Grad Celsius. "Die Wetterbedingungen für die kommenden Stunden sind ungünstig und deuten auf extreme Temperaturen hin", sagte Innenminister Álvaro Elizalde.

Waldbrände erreichen Höhepunkt meist im Februar

Anwohner berichteten, dass die Brände sie nach Mitternacht überrascht hätten. "Viele Menschen haben nicht evakuiert. Sie blieben in ihren Häusern, weil sie dachten, das Feuer würde am Rand des Waldes stoppen", sagte der 55-jährige John Guzmán aus Penco. "Es war völlig außer Kontrolle. Niemand hat damit gerechnet." "Wir sind mit den Kindern im Dunkeln davongerannt", sagte der 52-jährige Juan Lagos, ebenfalls aus Penco. Das Feuer habe den Großteil der Stadt erfasst und Autos, eine Schule und eine Kirche in Brand gesetzt. Auf Feldern, entlang der Straßen und in Autos seien verkohlte Leichen gefunden worden.

Waldbrände suchen Chile jeden Sommer heim und erreichen ihren Höhepunkt meist im Februar, wenn die Temperaturen steigen und das Land unter einer seit Jahren andauernden Dürre leidet. Im Jahr 2024 kamen bei gewaltigen Bränden mindestens 130 Menschen ums Leben – die tödlichste Naturkatastrophe des Landes seit dem verheerenden Erdbeben von 2010.

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