USA: Hitze und Qual | Weather.com
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Brände bis Schnee fällt? Feuer und Qualm setzen USA zu

Während sich die Fußball-WM ihrem Höhepunkt nähert, dem Finale am Sonntag, versinken Teile Nordamerikas unter einem Rauchschleier. Und tatsächlich könnte das in einigen Gebieten noch lange so weitergehen: Experten sprechen von optimalen Bedingungen für eine lange Waldbrandsaison.

17.07.2026, USA, New York: Die Freiheitsstatue ist durch eine Rauchwolke aus Waldbränden zu sehen. (Ryan Murphy/FR172324 AP/AP/dpa)
17.07.2026, USA, New York: Die Freiheitsstatue ist durch eine Rauchwolke aus Waldbränden zu sehen.
(Ryan Murphy/FR172324 AP/AP/dpa)

Das erste Zeichen der herannahenden Gefahr war ein Rauchschleier am Horizont. Jan Bailey war mit ihrem Mann, der Tochter, dem Schwiegersohn, zwei Enkelkindern und drei Hunden campen, als der Gruppe der Geruch in die Nase stieg. Zwei Stunden später konnten sie das Flammeninferno sehen.

Ein Stand-up-Paddler, der wie sie in der abgelegenen Boundary Waters Canoe Area Wilderness im Norden des US-Bundesstaats Minnesota unterwegs war und ein Satellitentelefon dabei hatte, rief Hilfe. Ranger schickten ein Boot, um sie und andere Camper aus der Gefahrenzone zu holen.

Tausende Camper fliehen vor Flammen und Rauch in der Wildnis

Ähnliche Szenen spielten sich in dieser Woche an vielen Stellen in dem riesigen Wildnisgebiet an der Grenze zu Kanada ab, das sich fast nur per Boot erkunden lässt. Ranger versuchten, die schätzungsweise 6000 bis 10.000 Menschen zu warnen, die sich dort laut Nationalforst-Sprecherin Joy VanDrie befanden. Offiziell wurde das Gebiet wegen 17 durch Blitzeinschläge verursachten Bränden, die sich rasch ausbreiteten, bereits am Dienstag geschlossen.

VanDrie berichtete von einer mühsamen Suche nach Campern – und von Kanufahrern, die teils stundenlang rudern oder ihre Boote über Land tragen mussten, um sich in Sicherheit zu bringen. Mit Stand Mittwoch schätzten die Behörden, dass etwa 90 Prozent der Menschen evakuiert waren. Einige, die es hinaus schafften, berichteten, dass der Rauch den Himmel schwarz gefärbt habe, dass sie die Hitze auch von ihren Booten aus spüren konnten.

Vertreter Minnesotas erklärten, man werde einige Brände in der Boundary-Waters-Wildnis auf unbestimmte Zeit weiterlodern lassen und lediglich beobachten, um Gefahren für Menschen oder Eigentum auszuschließen.

Etliche Brände in Kanada und den USA

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Mehr als 100 Brände loderten in dieser Woche in Kanada, etwa vier Dutzend große Waldbrände wüteten in 15 US-Bundesstaaten. Der von ihnen verursachte Rauch breitete sich über dem Mittleren Westen und Nordosten der USA aus. Warnungen vor gesundheitsschädlicher Luft galten am Mittwoch, mitten in der K.o.-Phase der Fußball-WM, von Minnesota über Toronto bis hin nach New York. Zugleich herrschte Hitze.

Tyler Hasenstein, Meteorologe beim Nationalen Wetterdienst in Chanhassen, Minnesota, sagte, der beste Schutz sei, drinnen zu bleiben, um sowohl dem Rauch als auch der Hitze aus dem Weg zu gehen. Aber gerade in Minnesota ist das schwierig. Nur etwa die Hälfte der Gebäude verfügt dort nach Behördenangaben über Klimaanlagen. Normalerweise öffnen viele Bewohner bei Hitze die Fenster. Bei dichtem Rauch ist das kaum möglich.

Kinder und chronisch Kranke besonders gefährdet

Besonders gefährlich sind die feinen Rauchpartikel in der Luft für Kinder sowie Menschen mit Herz- oder Lungenerkrankungen. Sie können Atemnot, Husten, Schwindel und Erschöpfung auslösen und chronische Erkrankungen verschlimmern.

Theresa Taraldsen aus der Stadt Duluth berichtete, beim Öffnen der Tür hätten ihr am Mittwoch die Augen getränt. Sie habe ihr Asthmaspray benutzen müssen, um die Beschwerden zu lindern. Normalerweise könne sie von ihrem Grundstück aus den St. Louis River sehen. Aber dort sei nur noch eine weiße Wand aus Rauch gewesen. "Man konnte buchstäblich nichts sehen", sagte sie.

Klimaforscher: "Perfekter Sturm" für Ausbreitung von Bränden

Und tatsächlich könnte die ohnehin bereits dramatische Brandsaison in den USA noch schwerer ausfallen, weil in vielen Gebieten wegen anhaltender Trockenheit und nur geringem Schneefall im Winter ideale Bedingungen für eine rasche Ausbreitung von Bränden herrschen. Auch in Kanada treffen Dürre und Hitze aufeinander. Der Klimaforscher Dan Westervelt von der Columbia University spricht von einem "perfekten Sturm": Die ausgetrocknete Vegetation liefere den Bränden reichlich Nahrung.

Die Direktorin der Umweltbehörde DNR in Minnesota, Patty Thielen, schließt nicht aus, dass einige Feuer noch monatelang weiterlodern könnten. "Es könnte gut sein, dass wir den ganzen Sommer über mit heftigen Bränden zu tun haben werden, bis der erste Schnee fällt. Schnee wäre eine gute Sache", sagte sie.

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