Ostafrika: Wenn der Regen ausbleibt, droht dem Regenmacher der Tod | Weather.com
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Traditionelle Regenmacher zahlen mit ihrem Leben für den Klimawandel

Regenmacher sollen in Ostafrika Niederschlag herbeirufen. Bleibt er aus oder zerstört er die Ernte, werden sie verprügelt oder getötet.

Der Ort Ndiawagne Fall liegt in der Sahelzone im Senegal. Dort befindet sich ein Ende des Projektes "Große Grüne Wand" – die Initiative geht dort noch schleppend voran
Bleibt der Regen aus, verlieren Kleinbauern im Südsudan und in Uganda ihre Ernte – und machen dafür die Regenmacher verantwortlich (Symbolbild)
(AP)

Die Bauern hatten Regen bei David Nabutsilili bestellt und dafür bezahlt. Als es dann so stark regnete, dass ihre Felder überschwemmt wurden, jagten sie ihn über die Hügel im Osten Ugandas, bis er auf einen Felsen stürzte und sich den Oberschenkel brach. Es war seine Strafe.

16 Jahre danach hat der traditionelle Regenmacher noch immer Schmerzen im Bein. Einige seiner damaligen Verfolger suchen ihn weiterhin auf. Zur Saatzeit soll er für Niederschlag sorgen. Manchmal soll er ihn auch verhindern, um die Ernte zu schützen. Wenn er die Erwartungen nicht erfülle, müsse er manchmal für einige Zeit aus seinem Haus fliehen, berichtet Nabutsilili der Nachrichtenagentur AP. Manchmal gebe es Schläge, weil es zu viel regne, und manchmal, weil der Regen ausbleibe.

Warum schürt der Klimawandel den Zorn auf Regenmacher?

Regenmacher haben in vielen Regionen Afrikas südlich der Sahara seit Langem eine besondere Stellung. Mit Ritualen bitten sie Gottheiten um Niederschlag und gelten in ihren Gemeinschaften als spirituelle Autoritäten. Wo die Landwirtschaft vom Wetter abhängt, kann ein vermeintlicher Erfolg große Erwartungen wecken.

Veränderungen durch den Klimawandel haben zur Folge, dass Menschen wie Nabutsilili immer häufiger Unmut entgegenschlägt. In Extremfällen werden Regenmacher von aufgebrachten Menschenmengen getötet.

"Wir leben mit diesen Leuten. Tatsächlich haben sie manchmal ihre Rituale vorgenommen, und dann hat es geregnet", sagt Joseph Weyusya, ein Ältester von Inzu ya Masaaba, einer traditionellen Institution des Volks der Bagisu im Osten Ugandas. Bleibe der Regen dagegen aus, versammelten sich die Menschen im Dorf und suchten nach den Regenmachern. "Warum haben wir keinen Regen?", fragten sie. "Immer wieder sind solche Menschen dann fast zu Tode geprügelt worden."

Wie weit geht die Gewalt gegen Regenmacher?

Im Südsudan, der im Norden an Uganda grenzt, sind in den vergangenen zwei Jahren mindestens zwei Regenmacher getötet worden. Solomon Oture wurde 2024 im abgelegenen Bergdorf Lohobohobo während einer Dürrephase lebendig begraben. Im Juni wurde Regenmacher Albino Lobillia im Südosten des Landes laut Augenzeugen dasselbe angetan.

"Es gab kein Essen mehr, und wegen der Dürre starben viele Tiere", erzählt seine Verwandte Madelina Tito. Einige Männer hätten sich beraten und beschlossen, dass Lobillia sterben müsse, weil er sich aus ihrer Sicht geweigert hatte, für Regen zu sorgen.

Wie stark hat sich der Regen verändert?

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Eine im vergangenen Jahr im "International Journal of Environment and Climate Change" veröffentlichte Studie untersuchte die Region Kapoeta nahe Lobillias Heimat. Demnach sank die durchschnittliche Zahl der jährlichen Regentage von 90 in den 1980er Jahren auf 46 Mitte der 2010er Jahre.

Wenn es regnet, dann oft plötzlich und sehr stark. Joris Gasper von der Hilfsorganisation Reach, die im Südsudan aktiv ist, sagt, in den am stärksten hochwassergefährdeten Gebieten hätten die Menschen ihre Ernten in den vergangenen Jahren abwechselnd durch Dürren und Überschwemmungen verloren. Verantwortlich machen viele Kleinbauern die Regenmacher. Wie im Südsudan sind auch in Uganda viele Menschen vom eigenen Anbau abhängig, um ihre Familien zu ernähren.

Warum richtet sich die Wut gegen die Regenmacher?

Matthew Oromo, ein Behördenvertreter aus Lobillias Heimatregion, sagt, die Gewalt gegen die Regenmacher nehme immer dramatischere Ausmaße an. "Die Menschen verstehen nicht, was passiert. Sie verstehen nicht, dass das mit dem Klimawandel zusammenhängt."

Nabutsilili erzählt, die Gabe des Regenmachens habe von ihm Besitz ergriffen, als er 14 Jahre alt war. Damals hätten sich an seinen Beinen auf unerklärliche Weise Wunden gebildet. Seinen ersten Auftrag erhielt er von Männern, die Kohl transportierten. Sie setzten den Jugendlichen auf ihren Lastwagen und baten ihn, den Regen von ihnen fernzuhalten. Es blieb trocken.

Nabutsilili erwarb sich den Ruf, der verlässlichste Regenmacher seines Dorfes zu sein, auch wenn das Wetter ihm manchmal einen Strich durch die Rechnung machte. Wenn es nicht funktioniere, sei das Gottes Wille, sagt er. "Das hält uns nicht davon ab, es wieder zu versuchen." Aber gegen den Klimawandel kann auch er nichts ausrichten.

Was kostet ein Auftrag beim Regenmacher?

Die Bezahlung für Vertreter seiner Zunft kann von etwa elf Euro bis zu rund 225 Euro betragen - so viel bekam Nabutsilili, um den Regen fernzuhalten, als Präsident Yoweri Museveni die Region im vergangenen Jahr besuchte, um Wahlkampf zu machen. Der Regen blieb aus.

Die Bezahlung trägt dazu bei, dass sich Auftraggeber betrogen fühlen, wenn am Ende nicht das gewünschte Wetterereignis eintritt. Anders als Priester oder traditionelle Heiler genießen Regenmacher nicht immer hohes Ansehen. Bisweilen wird ihnen unterstellt, aus Bosheit ganze Landstriche zu bestrafen.

"Manchmal hast du deine Pflanzen angebaut, wie in dieser Saison, und es gibt keinen Regen", sagt der Landwirt Paul Boyi. "Dann gibst du ihnen Geld, damit sie Regen bringen - und sie bringen Regen, der unsere Ernte zerstört."

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