Bomben-Zyklon bremst Kälte - Schnee kommt trotzdem | Weather.com
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Bomben-Zyklon bremst die Kältewelle in Deutschland aus

Noch vor dem Wochenende kommt es zu einer Bombogenese. Die Kältewelle ist damit aufgeschoben, aber nicht der Schnee.

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Der Bomben-Zyklon entwickelt sich in der Nacht von Donnerstag auf Freitag in der Biskaya. Es kommt zu rapider Tiefdruckentwicklung, einer sogenannten Bombogenese und die schon sicher geglaubte Kältewelle in Deutschland wird abgedrängt. Doch das Wetter in Deutschland bleibt trotzdem winterlich. Und am Wochenende kommt noch Schnee dazu. Der Deutsche Wetterdienst spricht von 5 bis 10 cm Neuschnee.

Bombogenese sorgt für Sturm in Frankreich und England

Bei der Bombogenese von Donnerstag auf Freitag fällt der Luftdruck um bis zu 40 Hektopascal (hPa) in 24 Stunden, das ist schon heftig. In England und Frankreich kommt es zu Sturmwinden und Sturmfluten.

Deutschland scheint der Orkan aber nicht zu erreichen. Er macht im Englischen Kanal halt. Wir bemerken ihn kaum. Oder doch? Der Bomben-Zyklon ist teil einer ausgeprägten Tiefdruckzone, die vom Atlantik bis ins Mittelmeer reicht.

Warum wird die Kältewelle aufgehalten?

Auslöser ist der Polarjet, der ins Mittelmeer umgeleitet wird. Das starke Skandinavien-Hoch und auch das Russland-Hoch blockieren den Jet - gemeinsam mit der sibirischen Kaltluft. Eigentlich sollte die Kältewelle auch Deutschland erfassen, doch der Jet hat etwas dagegen. Er löst starke Tiefdruckgebiete aus, die den Vorstoß der Kältewelle aus Osten aufhalten.

Bis in die neue Woche hinein scheint sich ein neues Gleichgewicht herzustellen. Die Kaltluft bleibt vorerst in Ost- und Nordeuropa. In Deutschland wird es kühl, aber nicht bitterkalt. Im Osten Deutschlands wird es deutlich kälter als im Westen, aber wird sind weit entfernt von den -30 Grad in Russland.

Bleiben wir also von der Kältewelle verschont?

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Zwar hält der Jet und der Tiefdruck die Kältewelle erst einmal zurück, aber auf der Rückseite des Tiefs kommt Kaltluft aus Grönland angerauscht. Das ist auch normal. Tiefdruckgebiete bringen erst Warmluft, und anschließend dann die Kaltluft. Aber die Kaltluft trifft uns nicht direkt, sondern erfasst erst Spanien, Portugal und Italien. Die Schneefallgrenze fällt in Südeuropa auf 600 Meter.

In Italien angekommen, biegt die Luft dann nach Norden ab und strömt über die Alpen. Ab dem Wochenende ist deshalb auch bei uns in Deutschland mit Schnee aus Süden zu rechnen. Wie viel Schnee es wird und wo es schneit, ist leider immer noch sehr unsicher.

Am Wochenende kommt der Schnee aus Süden auch zu uns nach Deutschland.
(TWC)

Wetterlage hängt vom Bomben-Zyklon ab

Vieles hängt jetzt von der Bombogenese ab. Wie stark wird der Bomben-Zyklon? Zieht er in die nördliche oder südliche Biskaya und verliert er wirklich schnell an Kraft am Freitag?

Daran hängt nicht nur unser Wetter am Wochenende, sondern auch die Wetterlage der kommenden Woche. Noch ist eine Kältewelle bei uns vorhergesagt, wenn der Widerstand der Tiefdruckgebiete nachlässt. So richtig wissen werden wir es wohl erst am Freitag, wenn die Bombogenese vollzogen ist.

Was ist eine Bombogenese?

Als Bombogenese oder explosive Zyklogenese klassifizieren Wetterforscher einen Sturm, dessen Luftdruck binnen 24 Stunden um mindestens 24 Hektopascal fällt. In der Folge verstärkt sich ein Sturmtief explosionsartig und wird zum Orkan. Zum Vergleich: Bei einem normalen Sturmtief sinkt der Kernluftdruck ungefähr um 10 Hektopascal in 24 Stunden.

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