Polarwirbel-Split bestimmt das Wetter | Weather.com
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Milder Frühling oder harter Winter: "Wir sind an einem Kipppunkt"

Es ist so weit: Der Polarwirbel wird in den kommenden Tagen gespalten. Wir sind an einem Kipppunkt für unser Wetter.

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Der Schlüsselmoment des Winters ist gekommen: Der Polarwirbel wird in den kommenden Tagen gespalten und darauf warten alle Meteorologen. Die Wettermodelle sind im Moment sehr sprunghaft und pendeln zwischen Frühling und Winter. Und das ist normal vor so einem Großereignis. Das Wetter befindet sich an einem Kipppunkt.

Polarwirbel-Split schon Anfang Februar

Es kommt ein Polarwirbel-Split auf uns zu. Der Höhepunkt wird um den 8. Februar erwartet. Es handelt sich dabei auch um eine "plötzliche Stratosphärenerwärmung" (SSW, Sudden Stratospheric Warming Event) mit einer Windumkehr in der Stratosphäre.

Und das ist ein seltenes und großes Ereignis, das die Zirkulation auf der Nordhalbkugel komplett stören kann. Der Auslöser ist ein kräftiges Hochdruckgebiet: Das Azorenhoch breitet sich nach Norden aus und schickt einen kräftigen Impuls in die Höhe, der den Polarwirbel in zwei Teile spaltet und die Stratosphärenerwärmung auslöst.

Allerdings liegt der Teufel im Detail: Vermeintlich kleine Änderungen in der Lage des Polarwirbels können starke Auswirkungen auf die lokalen Wettervorhersagen haben.

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Und so ist es auch im Augenblick. Schon für nächste Woche springen die Modelle hin und her. Der Trend ist eindeutig, aber noch können wir nichts mit Sicherheit sagen.

Wetter am Kipppunkt

Bisher sind alles nur Modellrechnungen. Wir müssen noch ein paar Tage abwarten, ehe die Wettermodelle wieder zuverlässiger werden. Denn mit den ersten Messungen der neuen Polarwirbel-Störung werden die Wettermodelle wieder zuverlässiger. Es ist dann mehr als nur eine Berechnung.

Zwar ist es kein Raten, aber durch leichte Änderungen in den Wettermodellen ändert sich das Wetter auch in Deutschland drastisch. So wird an einem Tag die sibirische Kälte aus Osten berechnet, wohlgemerkt für 5 bis 10 Tage im Voraus. Am nächsten Tag zeigt sich nur noch Frühlingsluft aus Südwest, sodass man sich schon auf die ersten Blumen freuen will.

Bekommen wir nochmal einen harten Wintereinbruch?

Die Wettermodelle sind so wechselhaft, weil wir große Änderungen in der Zirkulation zu erwarten haben. Kaltluftausbrüche, starke Hochdruckgebiete und ein abgelenkter Jet. Und hier kommen die Details ins Spiel. Gibt es ein blockierendes Hoch über dem Nordatlantik oder schafft es der Jet doch nach Süden durchzubrechen? Der Hochdruck ist sehr sicher. Aber wenn die Hochdruckachse in Richtung Kanada kippt, dann könnten wir wieder eine mildere Südwest-Strömung bekommen und damit auch Frühlingsluft in Deutschland. Kippt sie dagegen in Richtung Europa, dann müssen wir mit sibirischer Kaltluft rechnen in Deutschland und mit einem sehr harten Wintereinbruch.

Die Zeichen deuten auf Winter hin: Die Arktische Oszillation (AO) ist stark negativ und die Nordatlantische Oszillation (NAO) immerhin noch leicht negativ. Aber all das kann sich schnell ändern. Die kommenden Tage sind für Meteorologen fast so spannend wie Weihnachten.

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