"Unsinn": Meteorologe widerlegt 100-jährigen Kalender | Weather.com
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Winter-Prognose: Meteorologe widerlegt 100-jährigen Kalender

Der 100-jährige Kalender verspricht Schnee ab dem 1. Dezember. Meteorologe Jan Schenk sieht das anders.

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"Außer in den Hochalpen ist nicht mit Schnee oder einem kalten Winter zu rechnen. Im Gegenteil", sagt Meteorologe Jan Schenk. Denn: Die Klimamodelle zeigen sehr warme Temperaturen von November bis einschließlich März. Und auch die Wetterlage zeigt insgesamt viel Westwind. Das heißt: Mildes und relativ nasses Wetter.

El Niño spricht für warmes Wetter

"Und das ist auch plausibel. Bei einem El Niño ist es statistisch fast sicher, dass der November sehr warm wird", so Schenk. Auch in den weiteren Wintermonaten gibt es meist ein warmes Vorzeichen, wobei der Zusammenhang dort nicht so stark ist wie im November. "Soll heißen, dass es noch andere Stör-Elemente geben kann."

Beim Niederschlag sieht das ganz ähnlich aus. "Wir können einen nassen Herbst und Winter erwarten ab November, wobei die jährlichen Unterschiede im Niederschlag so groß sind, dass sehr viel statistische Unsicherheit herrscht. Aber von Trockenheit sollte niemand ausgehen", meint der Meteorologe.

Gibt es einen kalten März?

"Es könnte sein, dass im März doch noch ein ganz später Wintereinbruch kommt. Aber das ist noch so weit weg, dass man nichts Belastbares sagen kann."

Was ist der 100-jährige Kalender?

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Der 100-jährige Kalender geht auf den Abt Mauritius Knauer aus dem Zisterzienser-Kloster Langheim in Oberfranken zurück. Er zeichnete von 1652 bis 1658 das Wetter auf, beziehungsweise die Witterung, für gut sieben Jahre.

Basierend auf seinen Aufzeichnungen wurde später ein immerwährender Kalender und dann ein 100-jähriger Kalender entwickelt.

Wie zuverlässig ist der 100-jährige Kalender?

"Rein meteorologisch ist das natürlich Unsinn", sagt Schenk. Es besteht die Vermutung, dass die Zahl sieben mit den astrologischen sieben bekannten Planten der damaligen Zeit zusammenhängt (Saturn, Jupiter, Mars, Sonne, Venus, Merkur, Mond – ja, auch Mond und Sonne wurden dazugezählt). Damals glaubte man, dass es eine Art universelles Planetenjahr geben würde.

"Allein das zeigt schon, dass der 100-jährige Kalender keine prognostische Kraft hat, die über den Zufall hinausgehen würde. Die Wetterbeobachtungen daraus sind für das heutige Wetter wertlos", so die Ansicht des Meteorologen.

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