Satellit Flex soll Pflanzenstress sichtbar machen | Weather.com
Advertisement
Advertisement

Neuer Satellit soll Pflanzenstress sichtbar machen

Hitze, Verschmutzung, Krankheiten: Pflanzen sind immer wieder großem Stress ausgesetzt. Wie gesund sie sind, könnte ein schwaches Signal zeigen. Genau dieses will ein Satellit nun sichtbar machen.

Leiden offensichtlich unter Stress: Die Blütenblätter hängen schlaff und fast welk an einer Sonnenblume vor einem grauen Himmel (Archivbild)
(Sebastian Gollnow/dpa)

Wie gestresst sind die Pflanzen auf der Erde? Um das herauszufinden, ist eine neue europäische Mission ins All gestartet. Der Erdbeobachtungssatellit namens Flex hob am frühen Morgen an Bord einer Vega-C-Rakete vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou in Französisch-Guayana ab, wie die europäische Weltraumbehörde ESA mitteilte. Flex soll die Photosynthese der Pflanzen in den Blick nehmen und so auch mehr über deren Einfluss auf die Kohlenstoff- und Wasserkreisläufe erfahren.

Was misst der Satellit Flex?

Konkret misst Flex Fluoreszenz: Während der Photosynthese strahlen Pflanzen ein ganz schwaches Leuchten im Rotlichtbereich aus. Mit dem bloßen Auge ist diese Chlorophyll-Fluoreszenz nicht sichtbar. Der Satellit kann sie mit seinem sensiblen Spektrometer aber messen, obwohl er in etwa 815 Kilometern Höhe unterwegs ist.

Die Fluoreszenz wird von den Molekülen abgegeben, die die Photosynthese in Gang setzen. Sie ist eine Art überschüssige Energie, kann aber auch darauf hinweisen, dass es der Pflanze nicht gut geht. Denn wenn eine Pflanze unter Stress steht, findet weniger Photosynthese statt.

Warum verrät die Fluoreszenz Pflanzenstress so früh?

Advertisement

Während welkende Blätter etwa erst nach Tagen oder Wochen zu sehen sind, können Fachleute am Fluoreszenzsignal unmittelbar Veränderungen ablesen. Einfach ist das aber nicht, denn je nach Dauer und Intensität des Stresses kann das Signal zu- oder abnehmen. Um die Photosynthese umfassender zu verstehen, werten Fachleute daher auch andere Daten aus, die der mitfliegende Satellit „Sentinel-3C“ misst, etwa die Oberflächentemperatur.

Was soll die Mission Flex bringen?

Schon jetzt wird von Türmen, aus Drohnen oder Flugzeugen das Fluoreszenzsignal gemessen. Mit Flex erhoffen sich Fachleute ein sehr viel umfassenderes Bild. 14 Mal am Tag soll der Satellit die Erde umrunden. Das gleiche Fleckchen Land überfliegt er planmäßig alle 27 Tage.

Über drei Jahre hinweg soll die 350 Millionen Euro teure Mission so ein Bild davon entstehen lassen, wie stark sich etwa Dürre, fehlende Nährstoffe oder Krankheiten auf Pflanzen auswirken - und im besten Fall auch dabei helfen, überhaupt auszumachen, warum es einer Pflanze unter den sich wandelnden Klimabedingungen nicht gut geht.

Advertisement