West-Nil-Virus breitet sich in Europa weiter aus | Weather.com
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Warmes Klima in Europa gefällt den West-Nil-Mücken

In einem sich erwärmenden Europa fühlen sich Stechmücken zunehmend wohl, auch solche, die Krankheiten übertragen. Ein Schlaglicht darauf wirft die Ausbreitung des West-Nil-Fiebers, auch invasive Tigermücken bringen neue Gefahren.

In Italien ist der West-Nil-Virus schon endemisch: Mehr als 650 Infektionen wurden dort in diesem Jahr schon gemeldet.
(AP Photo/Gregorio Borgia)

Eigentlich kommt das West-Nil-Fieber aus den Tropen. Benannt ist es nach einer Region in Uganda. Inzwischen hat sich die von Stechmücken übertragene Viruskrankheit aber längst in weitere Erdteile ausgebreitet. Und die Tendenz zeigt nach oben.

Brennpunkt Urlaubsland Italien

Auch in Deutschland wurden in den vergangenen Jahren Infektionen bei Menschen registriert. Ein Brennpunkt in Europa ist Italien. Mehr als 650 Infektionen hat das Land in diesem Jahr schon gemeldet. Den Gesundheitsbehörden zufolge sind das etwa die Hälfte aller in Europa registrierten Fälle. Sie sehen Anzeichen dafür, dass die Verbreitung sich auf mehr Monate im Jahr und auf ein größeres Gebiet ausweitet.

Immer längere Mückensaison

"Höhere Temperaturen im Zusammenhang mit dem Klimawandel begünstigen die Fortpflanzung von Mücken und verlängern die Übertragungssaison", sagt Antonino Bella vom Nationalen Gesundheitsinstitut Italiens (ISS). Dadurch steige auch die Gefahr, dass infizierte Mücken das Virus auf Menschen übertragen.

Das West-Nil-Virus gilt in Italien bereits seit einigen Jahren als endemisch. Viele der Infizierten entwickeln keine Symptome, oft äußert sich das West-Nil-Fieber in einer leichten, grippeähnlichen Erkrankung. Bei einigen wenigen kommt es zu schweren neurologischen Komplikationen.

Gefahr geht von an Vögeln infizierten Mücken aus

Zwar bewegen sich die Fallzahlen in Italien mit seinem effektiven Erfassungssystem noch im Rahmen der letzten Saison. Doch die Fachleute befürchten, dass steigende Temperaturen die Mücken- und Übertragungszeit verlängert. Auch aus Gebieten, die früher weitgehend verschont waren, würden zunehmend Infektionen gemeldet, erklärt Bella.

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Hauptsächlich wird das Virus laut dem Robert Koch-Institut von Stechmücken zwischen wildlebenden Vögeln übertragen. An Vögeln infizierte Mücken können mit dem Erreger aber auch Menschen anstecken.

Gute Bedingungen für das Virus

"Es besteht kein Zweifel daran, dass die Erwärmung des Klimas die Vermehrungsperiode des Virus und des Überträgers in weiteren Ländern verlängern wird", stimmt Marc-Alain Widdowson von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) der italienischen Einschätzung zu. Ein wärmeres Klima bedeute eine längere Mückensaison, sagt der Experte im Europa-Büro der WHO.

Hohe Temperaturen bedeuteten aber auch, dass das Virus selbst besser überleben könne. "Es gibt definitiv Trends, von denen wir glauben, dass sie zu einer erhöhten Aktivität beitragen", erklärt er. Neben der Klimakrise nennt er den Verlust der Artenvielfalt und Veränderungen in der Landnutzung.

Todesfälle in den Niederlanden

Auch andere europäische Länder weiter nördlich sehen sich zunehmend mit dem West-Nil-Virus konfrontiert. Die Niederlande meldeten in diesem Jahr erstmals seit 2020 West-Nil-Erkrankungen von Menschen, von den bislang registrierten rund zwei Dutzend Fällen verliefen vier tödlich.

Steigende Temperaturen begünstigen dabei nicht nur in Europa verbreitete Stechmücken, die das West-Nil-Virus übertragen, sondern auch die Ausbreitung von invasiven Arten wie der Asiatischen Tigermücke oder der Ägyptischen Tigermücke. Diese können Krankheiten wie Dengue, Chikungunya, Zika oder Gelbfieber übertragen.

Tigermücke breitet sich aus

Der sich abzeichnende Erwärmungstrend in Europa mache die Bedingungen für solche invasive Arten günstiger, erklärte das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) in diesem Sommer. Noch vor rund einem Jahrzehnt sei eine Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke in acht europäischen Ländern zu beobachten gewesen. Inzwischen seien es 16.

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