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Optimistisch in die Saison: Bienen werden gut gedeckten Tisch finden

Eine Honigwabe an einer geöffneten Beute (Bienenkasten). Bienen finden nach Einschätzung des Imkerverbandes Brandenburg derzeit gute Bedingungen für das Sammeln von Pollen und Nektar, auch wenn sie wegen des kühleren Wetters in diesem Jahr etwas später ausfliegen.
(Foto: Patrick Pleul/dpa )

Bienen finden nach Einschätzung des Imkerverbandes Brandenburg derzeit gute Bedingungen für das Sammeln von Pollen und Nektar, auch wenn sie wegen des kühleren Wetters in diesem Jahr etwas später ausfliegen.

Temperaturen von etwa 11 Grad sind notwendig

Temperaturen von etwa 11 Grad seien für die Insekten notwendig, erklärt Holger Ackermann, Sprecher des Landesverbandes der Imker Brandenburg. Auf ihrer Nektarsuche fliegen Honigbienen bis zu fünf Kilometer weit. "Die Bienen finden dieses Jahr einen gut deckten Tisch", ist Ackermann überzeugt.

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Auch Imkermeister Lutz Theis in Frankfurt (Oder) rechnet wegen der Niederschläge der vergangenen Monate mit vielen Blühpflanzen - darunter Weide, Wildpflaume und Mirabelle. Der Berufsimker steht mit seinen Völkern rund um Frankfurt (Oder) bis nach Berlin und sucht blühende Flächen, die den höchsten Ertrag versprechen.

Verluste von Bienenvölkern

Dabei hatten die Imker bereits Anfang des Jahres Verluste von Bienenvölkern zu beklagen, wie Ackermann berichtet.

Der milde Januar hatte die Bienen irritiert, einige Völker seien gestorben, weil sie mit der Brut begonnen hatten und bei einem erneuten Kälteeinbruch den Nachwuchs nicht mehr ausreichend versorgen konnten, schildert er.

Die Verluste der Imker beliefen sich nach seinen Schätzungen auf etwa 20 Prozent, mit regionalen Unterschieden. Belastbare Angaben gebe es noch nicht. Ihm selbst blieben nach dem Winter 6 von 15 Völkern.

O​ptimistisch in die Saison

Trotzdem geht Ackermann optimistisch in die Saison. Im besten Fall könnten Imker im Durchschnitt zwischen 20 und 30 Kilogramm ernten. Viele Verbraucher setzten auf regional und qualitativ hochwertigen Honig.

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Der Sprecher des Landesimkerverbandes betont, dass die Kommunikation mit Landwirten, die Pflanzenschutzmittel einsetzten, besser geworden sei.

"Kommunikation ist alles", weiß Ackermann, der unter anderem von benachbarten Landwirten über eventuelle Einsätze von Pflanzenschutzmitteln informiert wird. Auch ein Gerichtsurteil habe für Rechtssicherheit bei Imkern und Landwirten gesorgt.

D​ie meisten betreiben Imkerei als Hobby

Im Prozess um die Klage eines Imkers wegen des Einsatzes des Unkrautvernichters Glyphosat im vergangenen Juni wurde das beklagte Agrar-Unternehmen vom Landgericht Frankfurt (Oder) verurteilt, vollumfänglich Schadenersatz zu leisten.

Das Gericht entschied in einem Einzelfall. "Die Landwirte wissen nun, dass es sie treffen kann und die Imker können sich auf solch einen Fall berufen", schätzt Ackermann ein. Der Imkerverband hat etwa 3200 Mitglieder mit 29 000 Völkern. Die meisten Mitglieder betreiben Imkerei als Hobby.

"Honig ist ein gut kontrolliertes Lebensmittel"

Auch Untersuchungen von Honig aus Brandenburg durch das Verbraucherschutzministerium hält Ackermann für hilfreich. "Honig ist ein gut kontrolliertes Lebensmittel", sagt er.

Der Verband biete zu diesem Thema auch Schulungen an. Dem Ministerium zufolge wurden bei Begutachtungen keine oder nur wenig Rückstände von gesundheitsbelastenden Pflanzenschutzmitteln gefunden.

Honigproben auf Glyphosat untersucht

Laut Ministerium wurden neun Honigproben explizit auf Glyphosat untersucht. Die Untersuchungen zeigten, dass Honig aus Brandenburg ein qualitativ hochwertiges Produkt sei, so Staatssekretärin Antje Töpfer. "Damit das so bleibt, brauchen wir eine Trendwende beim Einsatz von Pestiziden, die auch durch den Ausbau des Ökolandbaus gelingen kann."

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