Entwarnung in Berlin: Löwin war wohl ein Wildschwein | Weather.com
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Entwarnung in Berlin: Löwin war wohl ein Wildschwein

21.07.2023, Brandenburg, Kleinmachnow: Michael Grubert (SPD), Bürgermeister von Kleinmachnow, erklärt bei einem Pressegespräch anhand von Fotos, weshalb es sich bei dem gesuchten Raubtier um keine Löwin handelt. Die Polizei hat auf der Suche nach einer mutmaßlichen Löwin Entwarnung gegeben. Foto: Paul Zinken/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Michael Grubert (SPD), Bürgermeister von Kleinmachnow, erklärt bei einem Pressegespräch anhand von Fotos, weshalb es sich bei dem gesuchten Raubtier um keine Löwin handelt
(Paul Zinken/dpa )

Die gesuchte Löwin ist möglicherweise ein Wildschwein: Die Polizei hat nach der Suche nach einem Raubtier an der südwestlichen Stadtgrenze Berlins Entwarnung gegeben. "Nach allem menschlichen Ermessen gehen wir davon aus, dass es keine Löwin ist", sagte Kleinmachnows Bürgermeister Michael Grubert (SPD) am Freitag. "Es besteht keine akute Gefährdungslage." Die Bevölkerung war am Donnerstag gewarnt geworden, wachsam zu sein.

Keine Hinweise auf eingerissenes Tier oder Löwin

Nach dem Durchforsten eines Waldstückes an der Grenze von Brandenburg nach Berlin könne man ziemlich sicher sagen: "Heute am 21. Juli befindet sich dort kein Wildtier", sagte der Bürgermeister. Es habe keinen Hinweis auf ein gerissenes Tier oder eine Löwin gegeben. "Außer Wildschweinen ist uns nichts begegnet." Alle Hinweise führten ins Leere. Nun werde der Einsatz auf ein "ganz normales Programm" gefahren. Der Einsatzleiter der Polizei für den Raum Kleinmachnow, Peter Foitzik, sagte, auch Meldungen von Bürgern hätten keine Hinweise auf ein Wildtier gegeben.

U​ntersuchung von Kot und Haarproben

Experten gingen nach der Analyse der Bilder aus einem Video nicht mehr von einem Raubtier aus. Eine Organisation hat das Video nach Angaben des Bürgermeisters ausgewertet. Zwei Fachleute hätten gesagt, es handle sich nicht um eine Löwin oder ein Wildtier. "Da gibt es einige Anhaltspunkte, dass man mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen kann, dass das Tier, was auf dem Bild zu sehen ist, gen Wildschwein tendiert." Nun werden auch Spuren wie Kot und Haarproben noch untersucht. Mit dem Ergebnis rechnet der Bürgermeister am Samstag.

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Der Bürgermeister verteidigte die großangelegte Suche nach einer mutmaßlichen Löwin. "Die Gefährdungslage war so, dass der Einsatz der Polizei gerechtfertigt war", sagte er. Für die Gemeinde seien nicht viele Kosten angefallen, das sehe bei der Polizei anders aus. Zur Höhe der Kosten bei der Polizei gab es zunächst keine näheren Angaben. Einsatzleiter Foitzik nannte den Einsatz verhältnismäßig. Nach der ersten Einschätzung habe nicht ausgeschlossen werden können, dass es sich um eine Löwin handelt. "Alle Hinweise sind nicht bestätigt worden und deswegen ist diese Gefahrenlage beendet."

V​ideoschnipsel gingen viral

Die Suche nach dem Raubtier begann in der Nacht auf Donnerstag. In Kleinmachnow an der Grenze zu Berlin soll das Tier gesichtet und gefilmt worden sein, der Videoschnipsel machte am Donnerstag die Runde durch die sozialen Netzwerke. Die Ermittlungsbehörden schätzten das Video als echt ein. Polizisten gaben nach Angaben einer Behördensprecherin an, das Tier "gesichert" gesehen zu haben. Weitere mögliche Sichtungen gab es am Donnerstagnachmittag und Abend auf Berliner Stadtgebiet.

Vermeintliche Sichtungen des gesuchten Raubtier

Bereits zuvor hatten sich die Zweifel an der Löwen-Theorie gehäuft. Mehrere Experten hatten ihre Skepsis geäußert, etwa der Berliner Wildtierexperte Derk Ehlert. Er sagte dem RBB-Inforadio, dass er auf dem Video lediglich zwei Wildschweine von links nach rechts laufen sehe. An der Suche beteiligt waren neben Dutzenden Polizisten auch Veterinärmediziner und der Berliner Stadtjäger. Erneute vermeintliche Sichtungen des gesuchten Raubtiers und Hinweise aus der Bevölkerung erwiesen sich aber als falsch.

J​agdhunde schlugen nicht an

Zu Beginn der Suche hieß es noch, die Löwin sei gesehen worden, wie sie ein Wildschwein erlegte. Doch auch die Überreste dieses Tiers konnten nicht gefunden werden. "Ich jage zufällig in der Region selbst und ich weiß, dass die Jäger dort sehr gute Hunde haben. Es ist völlig undenkbar, dass die Hunde nichts gefunden haben, wenn dort tatsächlich ein Wildschwein zerlegt wurde", sagte Achim Gruber, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Tierpathologie in Berlin, der Deutschen Presse-Agentur. "Wenn dort eine Löwin ein Wildschwein zerkaut hätte, dann hätten die Hunde etwas gefunden." Der Experte hielt den Suchaufwand ebenfalls für gerechtfertigt.

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