Asiatische Hornisse breitet sich weiter aus | Weather.com
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Asiatische Hornisse breitet sich weiter aus

ARCHIV - 27.08.2021, Hamburg: Eine Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) wird von einem Biologen mit einem Handschuh gehalten. Asiatische Hornissen machen den Imkern in Deutschland Sorgen. Die eingeschleppte Hornissenart jagt gerne Bienen. (zu dpa "Mögliche Bienenbedrohung - Die Asiatische Hornisse auf Europatour") Foto: Axel Heimken/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Eine Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) wird von einem Biologen mit einem Handschuh gehalten.
(dpa)

Die Asiatische Hornisse hat sich dieses Jahr in Hessen weiter ausgebreitet. Es gebe wesentlich mehr Meldungen als 2022 und auch die Anzahl an sicher nachgewiesenen Nestern sei gestiegen, erklärt die Biologin Katharina Albert vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) auf dpa-Anfrage. Die Art verbreite sich vor allem entlang der warmen Rheinebene in Richtung Norden. Auch im Raum Frankfurt und Darmstadt wurde sie bereits gesichtet.

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In Mittelhessen waren es dagegen erst wenige Funde, wie die Expertin erläutert. In Richtung Osten wurde die Art demnach etwa bis Reichelsheim im Odenwald nachgewiesen. "Der nördlichste uns bekannte Fund liegt westlich von Frankenau im Landkreis Waldeck-Frankenberg."

Asiatische Hornissen seit 2004 in Europa

Das HLNUG bittet Bürgerinnen und Bürger, Sichtungen der Asiatischen Hornisse in ein Online-Meldeportal einzutragen – mit Foto. Seit März 2023 seien rund 700 Meldungen eingegangen, wovon sich etwas mehr als die Hälfte nicht bestätigten, erläutert Albert. "Die überwiegende Anzahl der Meldungen sind Sichtmeldungen von Einzeltieren – davon gab es bisher mehr als 200 verifizierte Meldungen." Die Zahl der registrierten Nester stieg von unter 10 im Vorjahr auf rund 70 gesicherte Nachweise 2023.

Asiatische Hornissen kommen laut HLNUG seit 2004 in Europa vor. Sie haben einen fast komplett schwarzen Körper mit einem gelben Band am Hinterleib, wohingegen die Europäische Hornisse gelb-orange gezeichnet ist.

N​achweis kommt früher als erwartet

Hessens Imker sorgen sich wegen der Ausbreitung der Asiatischen Hornisse zunehmen um ihre Bienenvölker. "Die bestätigten Gründungs- und Sekundärnester aus 2023 betragen ein Vielfaches der Sichtungen aus 2022", sagt Christian Schirk vom Imkerverband. Viele Nester seien dieses Jahr auch nördlich von Frankfurt entdeckt worden.

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Der Main-Kinzig-Kreis teilte Anfang Oktober mit, in Erlensee das erste Nest auf Kreisgebiet beseitigt zu haben. Noch im Frühjahr habe es die Untere Naturschutzbehörde als eine Frage der Zeit eingeschätzt, bis die Asiatische Hornisse auch im Kreisgebiet ankomme, hieß es in der Mitteilung. "Nun hat es selbst aus Sicht der Fachleute früher als erwartet den Nachweis gegeben."

Wildbienen oder Hummeln werden attackiert

"Für den Menschen selbst sind einzelne umherschwirrende Individuen der Neuankömmlinge in der Regel harmlos", erläutert der Main-Kinzig-Kreis. Allerdings sei man gut beraten, Abstand vom Nest zu halten.

"Während die heimischen Hornissen und Wespen jetzt langsam den Flugbetrieb einstellen, ist die Asiatische Hornisse auch noch bei Frost unterwegs und belagert noch im Dezember Bienenvölker", sagt Imker Schirk. Auch andere Bestäuber wie beispielsweise Wildbienen oder Hummeln würden Beobachtungen zufolge attackiert.

"Wichtig, Verbreitung im Auge zu behalten"

Zum Beutespektrum der Asiatischen Hornisse zählten Honigbienen und Wespen, aber zu einem großen Teil auch Fliegen, Mücken und Käfer, erklärt Biologin Albert. Nach derzeitigem Stand gebe es keine Gefahr für die Bestände von Wildbienen und anderen Insektenarten, die vielmehr wegen des Verlustes ihres Lebensraums und einer Verarmung an Acker-Begleitflora bedroht seien.

Die möglichen Auswirkungen der Asiatischen Hornisse auf Bienenvölker oder auch andere heimische Wespen- und Bienenarten sei bisher noch nicht erforscht, erklärt Albert. "Daher ist es wichtig, die Verbreitung der Asiatischen Hornisse im Auge zu behalten und über ihr Vorkommen informiert zu sein. So können im Falle einer Gefährdung seltener Arten entsprechende Schritte eingeleitet werden.»

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