Wölfen in Sachsen droht schnellerer Abschuss | Weather.com
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Wölfen in Sachsen droht schnellerer Abschuss

ARCHIV - 18.12.2021, Brandenburg, Groß Schönebeck: Zwei Wölfe sind in einem Gehege in einem Wildpark zu sehen. Die Zahl der in Sachsen lebenden Wolfsrudel ist weiter angestiegen. Foto: Patrick Pleul/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Zwei Wölfe sind in einem Gehege in einem Wildpark zu sehen. Die Zahl der in Sachsen lebenden Wolfsrudel ist weiter angestiegen.
(Patrick Pleul/dpa)

Der Wolf breitet sich in Sachsen weiter aus. Das hat Konflikte mit Weidetierhaltern zur Folge. Die Bundesumweltministerin will schnellere Abschüsse ermöglichen.

Die Zahl der in Sachsen lebenden Wolfsrudel ist weiter angestiegen. Im Beobachtungsjahr 2022/2023 seien 38 Rudel, vier Paare und zwei sesshafte Einzelwölfe gezählt worden, teilte das Landesumweltamt mit. Im Jahr 2021/2022 seien es nach aktualisierten Daten 32 Rudel, neun Paare und zwei einzelne Wölfe gewesen. Die meisten Wölfe gebe es nach wie vor in Ostsachsen. Zudem sind Wölfe im nördlichen Sachsen sowie im Erzgebirge an der Grenze zu Tschechien heimisch geworden.

Die steigende Zahl von Wölfen löst über Sachsen hinaus Konflikte mit den Haltern von Weidetieren. Bundesumweltministerin Steffi Lemke will daher schnellere Abschüsse von Wölfen erleichtern, um Schafe und andere Tiere zu schützen. Dies solle in bestimmten Regionen möglich werden, wenn ein Wolf ein Weidetier gerissen und Schutzvorkehrungen wie einen Zaun überwunden hat, wie die Grünen-Politikerin am Donnerstag in Berlin sagte.

Umweltminister wollen über bundeseinheitliche Regeln beraten

Lemkes Pan sieht vor, dass per Ausnahmegenehmigung 21 Tage lang auf den Wolf geschossen werden darf, ohne dass wie bisher erst eine DNA-Analyse abgewartet werden muss. Dieser Weg sei praktikabel und unkompliziert ohne nationale oder europäische Gesetzesänderungen umsetzbar.

Sachsens Umweltminister Wolfram Günther begrüßte die Pläne. Man brauche schnellere Verfahren. Gleichzeitig dürfe der Schutz des Wolfes nicht infrage gestellt werden, erklärte der Grünen-Politiker. Wichtig sei eine bundeseinheitliche Grundlage. Die Ressortchefs von Bund und Ländern wollen bei der Umweltministerkonferenz im November über die Pläne beraten.

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Ausbreitung und Lebensweise der Wölfe werden in Sachsen seit 2001 fortlaufend beobachtet. Ein Monitoringjahr lehnt sich an das biologische „Wolfsjahr“ an - von der Geburt der Welpen bis zum Ende des ersten Lebensjahres. Das Monitoringjahr 2022/2023 umfasst den Zeitraum vom 1. Mai 2022 bis 30. April 2023.

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