Population zu groß: Limburg streitet über Tauben-Tötung | Weather.com
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Population zu groß: Limburg streitet über Tauben-Tötung

13.11.2023, Hessen, Darmstadt: Tauben sitzen auf dem Luisenplatz in Darmstadt auf einer Oberleitung. In Limburg ist eine Debatte um die Begrenzung der Tauben-Population in der Stadt entbrannt.  (Sascha Lotz/dpa)
13.11.2023, Hessen, Darmstadt: Tauben sitzen auf dem Luisenplatz in Darmstadt auf einer Oberleitung. In Limburg ist eine Debatte um die Begrenzung der Tauben-Population in der Stadt entbrannt.
(Sascha Lotz/dpa)

In Limburg ist eine Debatte um die Begrenzung der Tauben-Population in der Stadt entbrannt. Der Umweltausschuss der Stadt hatte sich mehrheitlich dafür ausgesprochen, die Tiere gezielt töten zu lassen - das hat Tierschützer auf den Plan gerufen.

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Noch am Montagabend wollte die Stadtverordnetenversammlung über das Thema entscheiden, über das zuvor mehrere Medien berichtet hatten.

Betreute Taubenschläge als Lösung

Ursprünglich hatte der Magistrat den Umweltausschuss auf die Möglichkeit hingewiesen, sogenannte betreute Taubenschläge aufzustellen, um die Zahl der Tiere einzudämmen, wie ein Stadtsprecher am Montag sagte.

Darin werden Tauben mit Futter versorgt und ihre Gelege entnommen, so dass keine Küken schlüpfen können. Auch die hessische Landestierschutzbeauftragte hält dies für einen guten Weg, um die Populationen einzudämmen.

Falkner hält die betreute Taubenschläge für wirkungslos

Der Limburger Umweltausschuss hatte sich jedoch dazu unter anderem von dem Falkner und Jäger Berthold Geis aus dem Landkreis Limburg-Weilburg beraten lassen und für die Tötung der Tiere gestimmt.

Geis hält die betreuten Taubenschläge für wirkungslos und tötet selbst im Auftrag von Kommunen und Firmen Stadttauben. Die Lizenz dafür erstritt er mehrfach vor Gericht und erlangte damit auch bundesweite Bekanntheit.

Betreute Taubenschläge oder Tötungen?

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Die betreuten Taubenschläge seien nicht nur deutlich teurer im Unterhalt als eine Tötung, sondern führten auch kaum zu der angestrebten Begrenzung, sagte Geis. Wenn von einem Brutpaar in einem betreuten Schlag eine der Tauben sterbe, suche sich das andere Tier einen neuen Partner oder ein Partnerin und brüte dann in der Regel außerhalb des Schlages.

Die betreuten Taubenschläge lockten mit ihrem Futter zudem auch andere Tauben an, so dass ringsum häufig alles verkotet sei. Immer wieder würden sie deshalb wieder abgebaut, er kenne Beispiele dafür aus vielen Kommunen, sagte Geis.

F​angschlag als Alternative

Sollten die Stadtverordneten grünes Licht für die Tötung der Tiere geben, müsste eine Ausschreibung erfolgen. Er selbst würde sich in diesem Fall um den Auftrag bewerben, sagte Geis.

Die Tiere würden in diesem Fall in einen Fangschlag gelockt, wo sie zunächst mit einem Schlag auf den Kopf betäubt und dann per Genickbruch getötet würden.

T​ierschützer gegen Taubentötung

Engagierte des Stadttaubenprojektes Limburg wollen das verhindern. Falls es zu einem entsprechenden Vorgehen kommen sollte, werde man Anzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz erstatten und auch ein Bürgerbegehren auf den Weg bringen, kündigten die Initiatoren unter anderem auf Facebook an.

Sie haben auch eine Petition zur Einrichtung betreuter Taubenschläge gestartet, die bis Montagmittag rund 1400 Menschen unterzeichnet hatten und wollten am Abend bei einer Demonstration gegen eine mögliche Tötung der Tiere protestieren.

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