Ist das schwerste Tier aller Zeiten doch leichter als gedacht? Forscher spekulieren | Weather.com
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Ist das schwerste Tier aller Zeiten doch leichter als gedacht? Forscher spekulieren

ACHTUNG: SPERRFRIST 2. AUGUST 17:00 UHR. ACHTUNG: DIESER BEITRAG DARF NICHT VOR DER SPERRFRIST, 2. AUGUST 17.00 UHR, VERÖFFENTLICHT WERDEN! EIN BRUCH DES EMBARGOS KÖNNTE DIE BERICHTERSTATTUNG ÜBER STUDIEN EMPFINDLICH EINSCHRÄNKEN. - HANDOUT - 04.07.2023, Stuttgart: Der Stuttgarter Paläontologe Eli Amson (34) steht im Staatlichen Museum für Naturkunde Stuttgart neben Knochenresten. Er hat  eines der schwersten Tiere der Welt analysiert, einen in Peru gefundenen Wal, der vor rund 30 Millionen Jahren gelebt haben soll (zu dpa «Fossil von Wal könnte schwerstes Tier der Welt gewesen sein») Foto: Liliana Reinöhl/Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++
Ein Teil des Skeletts eines ausgestorbenen Wals. Dieser wurde im vergangenen Jahr als das schwerste Tier der Erdgeschichte bezeichnet.
(Liliana Reinöhl/Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart/dpa)

Im August des vergangenen Jahres verlautbarte eine wissenschaftliche Studie, womöglich das schwerste Tier aller Zeiten entdeckt zu haben. Doch andere Forscher zweifeln das Gewicht des ausgestorbenen Wals an.

Diese kommen nun zu anderen Schlüssen: Perucetus colossus sei keineswegs so kolossal gewesen, sondern habe eher in der Liga heute lebender Wale gespielt, schreiben Ryosuke Motani von der University of California in Davis und Nicholas Pyenson von der Smithsonian Institution in Washington im Fachjournal "PeerJ".

Zwei bis drei Mal so schwer wie Blauwal

Das rund 39 Millionen Jahre alte Teilskelett des Wals war im Süden Perus entdeckt worden, ohne Schädel oder Zähne. Eine Gruppe um Eli Amson vom Staatlichen Museum für Naturkunde Stuttgart hatte die Knochen untersucht und auf ein Gesamtgewicht von 180 Tonnen (mindestens 85 bis maximal 340 Tonnen) geschlossen. Wale hätten sich demnach früher zu gigantischen Tieren entwickelt als bislang gedacht, berichtete das Team im Fachjournal "Nature".

Die Knochen von Perucetus colossus - grob übersetzt "der kolossale Wal aus Peru" - sind ungewöhnlich dicht. Schwere Knochen können bei Wassertieren den Auftrieb durch Körperfett und Speck ausgleichen. Jeder Wirbel des Funds wiege weit über 100 Kilogramm, mit 5 bis 8 Tonnen sei das etwa 17 Meter lange Skelett zwei- bis dreimal so schwer wie das 25 Meter lange Skelett eines heutigen Blauwals, hatte das Team um Amson Anfang August 2023 erklärt.

S​chwerkraft spricht gegen kolossales Gewicht

Am daraus hergeleiteten immensen Gesamtgewicht gibt es nun Zweifel. "Es wäre für den Wal schwierig gewesen, an der Oberfläche zu bleiben oder gar den Meeresboden zu verlassen - er hätte ständig gegen die Schwerkraft anschwimmen müssen, um irgendetwas im Wasser zu tun", gibt Motani zu bedenken. Aus der Skelettmasse eines Tieres auf sein Gesamtgewicht zu schließen, sei immer schwierig, alle dabei verwendeten Methoden hätten ihre Tücken, argumentieren Motani und Pyenson.

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"Wir sind der Meinung, dass die vorliegenden Daten zu begrenzt sind, um die Körpermasse von Perucetus genau zu schätzen, und dass die begrenzte Genauigkeit der verfügbaren Schätzmethoden das Problem noch verschärft", so das Forscher-Duo. Daten von Seekühen zeigten zum Beispiel, dass ihre Körper im Verhältnis zu ihrer Skelettmasse relativ leicht sind.

Paracetus wog laut Forschern deutlich weniger als Blauwale

Motani und Pyenson schätzen, dass der 17 Meter lange Perucetus wohl eher 60 bis 70 Tonnen wog, etwa so viel wie ein heutiger Pottwal. Selbst ein 20 Meter langer Perucetus habe wahrscheinlich nur etwa 110 Tonnen gewogen - und damit immer noch deutlich weniger als die größten Blauwale (Balaenoptera musculus) mit geschätzt etwa 270 Tonnen.

Letztlich bedürfe es aber weiterer Funde wie eines Schädels, um genauer auf die Ausmaße von Perucetus colossus schließen zu können.

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