Seltene Walart erholt sich - und trotzdem droht ihr Aussterben | Weather.com
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Seltene Walart erholt sich - und trotzdem droht ihr Aussterben

Mehr Kälber, aber keine Entwarnung: Nordatlantische Glattwale verzeichnen mehr Nachwuchs. Experten warnen dennoch, dass die Walart ohne besseren Schutz vom Aussterben bedroht bleibt.

A North Atlantic right whale feeds on the surface of Cape Cod bay off the coast of Plymouth, Mass., March 28, 2018. (AP Photo/Michael Dwyer, File)
Der Atlantische Nordkaper ist vom Aussterben bedroht.
(AP Photo/Michael Dwyer, File)

Eine der seltensten Walarten bringt in dieser Saison mehr Nachwuchs auf die Welt als in den vergangenen Jahren: der Atlantische Nordkaper oder Nordatlantische Glattwal. Und trotzdem warnen Experten, dass deutlich mehr Jungtiere nötig wären, um ein Aussterben abzuwenden. Die Glattwale gebären ihren Nachwuchs jeden Winter vor der Südostküste der USA und ziehen anschließend zur Nahrungssuche nach Norden. In diesem Winter wurden bislang 15 Kälber identifiziert, teilte die US-Wetter- und Ozeanografiebehörde NOAA am Montag mit. Diese Zahl liegt über den Werten der vergangenen Jahre.

Der Bestand des Nordkapers wird auf etwa 384 Tiere geschätzt und steigt nach Jahren des Rückgangs langsam wieder an. Im Vergleich zu 2020 sei die Population um mehr als sieben Prozent gewachsen, teilten die Forscher mit. Um den Rückgang der Art zu stoppen, seien jedoch "über viele Jahre hinweg etwa 50 oder mehr Kälber pro Jahr" erforderlich, erklärte die NOAA.

Die diesjährige Zahl sei ermutigend, doch ohne strengere Schutzgesetze bleibe die Art bedroht, sagte Gib Brogan von der Umweltschutzorganisation Oceana. Die US-Bundesregierung habe bis 2028 ein Moratorium für neue bundesweite Schutzvorschriften zugunsten der Glattwale verhängt, und kommerzielle Fischereiverbände drängten darauf, diese Pause noch weiter zu verlängern.

"Wir können uns nicht allein durch Geburten aus der Krise retten"

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Zwar sei in diesem Winter noch Zeit für weitere Geburten, doch 50 Kälber seien aufgrund der geringen Zahl fortpflanzungsfähiger Weibchen derzeit unrealistisch, sagte Brogan. "Wir können uns nicht allein durch Geburten aus der Krise retten." Man müsse vor allem die Hauptursachen für den Tod der Glattwale stärker bekämpfen: "Das Verheddern in Fischereigerät und Kollisionen mit Schiffen."

Den NOAA-Daten zufolge schnitt die Art besser ab als im vergangenen Winter, als nur elf Kälber geboren wurden. Seit 2010 erreichte die Zahl der Geburten nur zweimal 20 Kälber; 2018 wurde kein einziges registriert. Wissenschaftler betonen, dass sich die Wale seltener fortpflanzen, wenn sie verletzt oder unterernährt sind.

Während der Zeit des kommerziellen Walfangs wurden die Tiere nahezu ausgerottet und stehen seit Jahrzehnten unter Schutz. Dennoch befinde sich die Art weiterhin in einer akuten Krise, da es im vergangenen Jahrzehnt mehr Todesfälle als Geburten gegeben habe, erklärte die NOAA.

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