Nabu: Jagd auf Wölfe hilft kaum gegen Weidetier-Risse | Weather.com
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Nabu: Jagd auf Wölfe hilft kaum gegen Weidetier-Risse

Wolfsjagd als Lösung? Die Umweltschutzorganisation Nabu warnt: Das Risiko für Weidetiere könnte sogar steigen.

Ein Europäischer Wolf (Canis lupus lupus) gähnt im Wildpark Alte Fasanerie im Wolfsgehege. Foto: Arne Dedert/dpa
Ein Europäischer Wolf (Canis lupus lupus). Die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht soll die Tötung sogenannter Problemwölfe erleichtern.
(Foto: Arne Dedert/dpa )

Die geplanten Möglichkeiten zur leichteren Tötung von Wölfen tragen aus Sicht des Naturschutzbunds Deutschland (Nabu) kaum zum Schutz von Weidetieren bei. "Wissenschaft und Praxis zeigen, dass eine reguläre Bejagung des Wolfes weder signifikant Nutztierrisse senkt noch Weidetierhalter entlastet", sagte Marie Neuwald vom Nabu der Deutschen Presse-Agentur. "Stattdessen könnte sie funktionierende Rudelstrukturen destabilisieren und somit das Risiko für weitere Übergriffe erhöhen", betonte die Expertin.

An diesem Mittwoch befasst sich der Bundestag erstmals mit den Plänen. Die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht soll die Tötung sogenannter Problemwölfe erleichtern. Die EU-Staaten hatten den Schutzstatus des Wolfes im Sommer von "streng geschützt" auf "geschützt" gesenkt und damit die Voraussetzung dafür geschaffen. Für Schutzmaßnahmen wie Zäune oder Herdenschutzhunde sollen es aber weiterhin finanzielle Unterstützung geben.

"Eine Jagd, die über Abschüsse von auffälligen Einzeltieren hinausgeht, wird nicht zu weniger Rissen führen – was ja das legitime Ziel ist", kritisierte Neuwald. "Nicht die Anzahl der Wölfe in einem Rudel entscheidet über die Anzahl der Risse, sondern der vorhandene Herdenschutz." Nötig seien ein an die jeweiligen Standorte angepasster Herdenschutz, ausreichende Finanzierung und klare Handlungsabläufe bei auffälligen Wölfen.

Jagdverband: Kein Sonderstatus für den Wolf

Der Deutsche Jagdverband fordert hingegen, den Wolf endlich wie andere Wildarten im Jagdrecht "ohne Sonderstatus" zu behandeln. Der Verband schlägt vor, 40 Prozent der Jungwölfe von Juni bis Oktober im Rahmen von Abschussplänen sowie "Problemwölfe" ganzjährig zu bejagen, wie es in einer Stellungnahme zur Bundestagsbefassung heißt.

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