Annamiten-Gebirge: Seltene Tiere entdeckt | Weather.com
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"Asiens Amazonas": Kamerafallen entdecken seltene Tierarten

Annamiten-Gebirge: Eine Kamerafallen-Studie belegt enorme Artenvielfalt in Laos, Vietnam und Kambodscha. Drahtschlingen und Abholzung bedrohen die letzten Rückzugsräume.

HANDOUT - 20.07.2025, Kambodscha, Phnom Penh: Eine Kamerafalle fängt ein Sunda-Schuppentier mit seinem Jungen im Virachey-Nationalpark in Kambodscha ein. Eine Untersuchung der Artenvielfalt mit Hilfe von Fotofallen hat die bemerkenswerte Vielfalt der Wildtierarten offenbart, die den riesigen, unberührten und artenreichen Virachey-Nationalpark im Nordosten Kambodschas bevölkern, heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung vom Mittwoch. Foto: Fauna&Flora/XinHua/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++
Eine Kamerafalle fing im Juli 2025 ein Sunda-Schuppentier mit seinem Jungen im Virachey-Nationalpark in Kambodscha ein
(Fauna&Flora/XinHua/dpa)

Das Annamiten-Gebirge ist ein rund 1.100 Kilometer langer Gebirgszug in Südostasien. Es zieht sich entlang der Grenze zwischen Laos und Vietnam und reicht bis in den Nordosten Kambodschas. Genau dort, in teils schwer zugänglichen Wäldern, hat eine großangelegte Kamerafallen-Studie eine außergewöhnliche Artenvielfalt dokumentiert. Das Annamiten-Gebirge gilt damit als letzte Bastion für einige der seltensten Tierarten Südostasiens.

Wo liegt das Annamiten-Gebirge genau und warum ist es so besonders?

Das Gebirge verbindet Landschaften in Laos, Vietnam und Kambodscha und umfasst ausgedehnte, artenreiche Waldgebiete. Die Region wird so artenreich beschrieben, dass sie oft als „Asiens Amazonas“ bezeichnet wird, teilte die Naturschutzorganisation Fauna & Flora mit. Die Abgeschiedenheit vieler Wälder macht das Gebiet zu einem Rückzugsraum für bedrohte Arten.

Was zeigt die Kamerafallen-Studie aus dem Annamiten-Gebirge?

Die Studie dokumentiert unter anderem Nebelparder, Sunda-Pangoline und Malaienbären. Auch Asiatische Elefanten, Marmorkatzen mit auffallend langem Schwanz, bunte Kleideraffen mit weißem Bart, Seraue (ziegenähnliche Wildtiere aus der Rinderfamilie) sowie bunte Nashornvögel wurden erfasst. Besonders selten ist das Annamitische Streifenkaninchen, das erst im Jahr 2000 wissenschaftlich beschrieben wurde und bisher nur ganz wenige Male fotografiert werden konnte. Die Kamerafallen liefern damit Belege für Tiere, die sonst fast nie zu sehen sind.

Wo entstanden die Aufnahmen und welche Daten liefern sie zusätzlich?

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Die Aufnahmen entstanden unter anderem im abgelegenen Virachey-Nationalpark im Nordosten Kambodschas. Sie liefern nicht nur Bilder, sondern auch Daten zu Verhalten, Lebensräumen und zur Nähe der Tiere zu menschlichen Siedlungen. So wird sichtbar, wo Wildtiere noch vorkommen und wie nah menschliche Nutzung bereits heranrückt.

Welche Bedrohungen setzen der Tierwelt im Annamiten-Gebirge zu?

Die Studie zeichnet ein alarmierendes Bild: Abholzung und Zerschneidung von Lebensräumen bedrohen die Tiere. Vor allem wahllos gestellte Drahtschlingen seien ein massives Problem und könnten Wildtierparadiese in kurzer Zeit in leere Wälder verwandeln, heißt es in dem Bericht. Drahtschlingen sind damit eine akute Gefahr, weil sie viele Arten gleichzeitig treffen.

Was fordern Naturschützer und warum spielt Armut eine Rolle?

„Um die Zukunft dieser Biodiversitäts-Hotspots zu sichern, brauchen wir Naturschutz, der sowohl die Bedürfnisse der Tierwelt als auch der lokalen Bevölkerung berücksichtigt“, sagte Gareth Goldthorpe von Fauna & Flora. Viele Menschen lebten in großer Armut und seien bei der Nahrungssuche auf die Wälder angewiesen. Naturschutz muss deshalb Schutz und Lebensrealität verbinden, sonst bleibt er nicht dauerhaft wirksam.

Warum ist das Annamiten-Gebirge auch fürs Klima wichtig?

Die ausgedehnten Waldgebiete speichern enorme Mengen Kohlenstoff und spielen damit eine wichtige Rolle für das globale Klima. Wer die Wälder im Annamiten-Gebirge schützt, schützt zugleich Biodiversität und einen wichtigen Kohlenstoffspeicher.

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