Verhütungsvakzin für Elefanten in Thailand | Weather.com
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Thailand will Elefantenpopulation mit Verhütungsmitteln kontrollieren

Zwischen Feldern und Wäldern eskaliert in dem südostasiatischen Land der Konflikt zwischen Mensch und Rüsseltier. Nun setzt die Regierung auf ein ungewöhnliches Mittel: eine Verhütungsimpfung für wilde Tiere.

In this Oct. 5, 2019, photo released by the Department of National Parks, two elephants are seen stuck on the edge of the Haew Narok Waterfall in Khao Yai National Park, Nakhon Nayok, central Thailand. A herd of wild elephants was swept away by raging waters in Thailand's national park, drowning six, while rangers helped steer two animals out of a deep ravine. (Department of National Parks via AP)
In this Oct. 5, 2019, photo released by the Department of National Parks, two elephants are seen stuck on the edge of the Haew Narok Waterfall in Khao Yai National Park, Nakhon Nayok, central Thailand. A herd of wild elephants was swept away by raging waters in Thailand's national park, drowning six, while rangers helped steer two animals out of a deep ravine.
(Department of National Parks via AP)

In Thailand dringen Mensch und Tier immer stärker in die Lebensräume des jeweils anderen ein. Wenn Landwirte Wälder roden, um Ackerland zu gewinnen, werden Elefanten gezwungen, aus ihren schrumpfenden Lebensräumen auszuschwärmen, um Nahrung zu finden, und es kommt zu tödlichen Konflikten. Nun will Thailand wilde Elefanten mit einem Verhütungsvakzin behandeln und so das Problem eindämmen.

In einem Jahr 30 Tote und 29 Verletzte

Allein im vergangenen Jahr töteten wilde Elefanten in Thailand offiziellen Angaben zufolge 30 Menschen und verletzten 29. Zudem wurden über 2.000 Vorfälle gemeldet, bei denen Elefanten Feldfrüchte zerstörten.

Sukhee Boonsang, Direktor des Wildlife Conservation Office, sagte der AP kürzlich, dass die Kontrolle der Wildpopulation notwendig geworden sei, da die Zahl der Elefanten in der Nähe von Wohngebieten stark steige und das Risiko von Konfrontationen erhöhe.

Vakzin verhindert Schwangerschaft für sieben Jahre

Das Büro erhielt 25 Dosen eines in den USA hergestellten Vakzins und führte eine zweijährige Testreihe an sieben gezähmten Elefanten durch – mit vielversprechenden Ergebnissen. Das Vakzin verhindere nicht den Eisprung weiblicher Elefanten, sondern die Befruchtung der Eizellen.

Ende Januar wurde das Vakzin dann an drei wilden Elefanten in der Provinz Trat im Osten Thailands verabreicht. Die Behörden bestimmen derzeit, welche Gebiete als nächstes behandelt werden sollen, um die restlichen 15 Dosen einzusetzen.

Die Impfung verhindert eine Schwangerschaft für sieben Jahre; danach können die Elefanten wieder Nachwuchs bekommen, wenn keine Auffrischung erfolgt. Experten wollen die geimpften Tiere während der gesamten sieben Jahre genau überwachen.

Impfprogramm sorgt auch für Kritik

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Das Impfprogramm stößt auf Kritik, da es die Naturschutzbemühungen untergraben könnte. Thailand hat eine jahrhundertealte Tradition, gezähmte Elefanten in Landwirtschaft und Transport einzusetzen. Elefanten sind zudem ein bedeutender Teil der nationalen Identität und offiziell als Nationalsymbol anerkannt.

Sukhee betonte, dass das Programm nur wilde Elefanten in Gebieten mit der höchsten Rate gewalttätiger Mensch-Tier-Konflikte betrifft. Offizielle Statistiken zeigen eine Geburtenrate wilder Elefanten in diesen Regionen von rund 8,2 Prozent pro Jahr – mehr als doppelt so hoch wie der nationale Durchschnitt von etwa 3,5 Prozent.

Von den rund 4.400 wilden Elefanten des Landes leben etwa 800 in diesen konfliktträchtigen Gebieten, sagte Sukhee. "Wenn wir nicht handeln, werden die Auswirkungen auf die dort lebenden Menschen weiter zunehmen, bis sie nicht mehr beherrschbar sind", erklärte er.

Neben der Verhütungsvakzine haben die Behörden weitere Maßnahmen umgesetzt, um Konflikte zu verringern, darunter die Schaffung zusätzlicher Wasser- und Nahrungsquellen in den Wäldern, den Bau von Schutzzäunen und den Einsatz von Rangern, die Elefanten, die in Wohngebiete gelangen, wieder in die Wildnis zurückführen.

Elefant während Umsiedlungsaktion gestorben

Eine gerichtlich angeordnete Aktion Anfang des Monats, wilde Elefanten aus der Provinz Khon Kaen im Nordosten zu entfernen, die wiederholt mit Anwohnern in Konflikt geraten waren, sorgte für öffentliche Empörung, nachdem ein Elefant während der Umsiedlung starb. Eine erste Autopsie ergab, dass das Tier nach einer Anästhesie erstickte.

Die Wildtierbehörde führte die Umsiedlung durch, und dessen Generaldirektor Athapol Charoenshunsa bedauerte den Vorfall, betonte jedoch, dass die Protokolle korrekt befolgt worden seien. Er sagte, eine Untersuchung laufe, um ähnliche Vorfälle künftig zu verhindern.

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