Gibbons finden Schutz nördlich von Los Angeles | Weather.com
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Wo die Gibbons singen - ein Reservat für bedrohte Menschenaffen

Kreischen, Grunzen, Heulen: Gibbons sind für ihr großes Lautrepertoire bekannt. Das Gibbon Conservation Center bei Los Angeles widmet sich seit 50 Jahren den gefährdeten Primaten – und leistet dabei auch einen wichtigen Beitrag zu ihrem Erhalt.

Ein Gibbon schaut durch den Zaun seines Geheges im Gibbon Conservation Center in Santa Clarita – in freier Wildbahn leben nur noch weniger als 2000 dieser Menschenaffen
(AP Photo/Jae C. Hong)

Bei der morgendlichen Fütterung fangen die Gibbons an zu singen – und zwar laut. Ihr Repertoire aus Sirenengeheul, vogelartigem Kreischen, tiefen Grunzlauten und kehligen Rufen hallt aus dem Gibbon Conservation Center nördlich von Los Angeles.

Das Schutzgebiet im Santa Clarita Valley hat sich in den vergangenen 50 Jahren zu einer weltweit renommierten Einrichtung entwickelt, die sich ausschließlich der Pflege von Gibbons widmet. Heute betreut das Zentrum etwa 40 der Tiere aus fünf verschiedenen Arten. Ihren Gesang hören manchmal sogar Nachbarn in mehr als einem Kilometer Entfernung.

Am stärksten vom Aussterben bedrohte Primaten

Die für ihre charakteristischen Laute bekannten Menschenaffen gehören zu den seltensten und am stärksten vom Aussterben bedrohten Primaten der Erde. Gegründet wurde die Einrichtung von dem Primatologen Alan Mootnick, einem Autodidakten und führenden Experten für Gibbons. Mootnick, der parallel zu seiner Arbeit im Zentrum einen Malerbetrieb leitete, veröffentlichte Artikel in wissenschaftlichen Fachzeitschriften, empfing und beriet Forschende aus aller Welt.

"Manchmal haben sie ihm einfach ein Foto eines geretteten Gibbons geschickt und gefragt, um welche Art es sich handelt, oder sie haben ihm einen Ruf vorgespielt", sagt Direktorin Gabi Skollar. Skollar kam 2005 aus Ungarn in die USA und hatte ursprünglich vor, nur eine Zeitlang im Gibbon Conservation Center zu arbeiten und von Mootnick zu lernen. Seit dessen plötzlichem Tod 2011 führt sie aber sein Lebenswerk dauerhaft fort. "Wir müssen weitermachen und uns um diesen Ort kümmern", sagte die Direktorin, die die Gibbons als ihre Kinder bezeichnet. Gemeinsam mit einer weiteren Tierpflegerin lebt sie direkt vor Ort und wird jeden Morgen bei Sonnenaufgang vom Gesang der Affen geweckt.

Beitrag zur weltweiten Forschung

Nach mehr als 20 Jahren im Reservat kennt Skollar die Tiere und deren individuelle Eigenarten sehr genau. So beginnt immer ein junger Nördlicher Weißwangen-Schopfgibbon namens Pepper den Gesang der Gruppe, und ein Hauben-Gibbon-Weibchen namens Violet beendet den Chor zusammen mit ihrem Partner Truman. Die kleinen Menschenaffen singen drei- bis viermal täglich jeweils 20 bis 30 Minuten lang.

Weniger als 2.000 Tiere in freier Wildbahn

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An den in Gefangenschaft lebenden Tieren könne vieles studiert werden, was für die Rettung ihrer Artgenossen in der Wildnis und die Arbeit in Auffangstationen wichtig sei, erklärt Skollar, die ihre Doktorarbeit an der University of California in Los Angeles über die Lautäußerungen von Gibbons schreibt. Die Baumbewohner kommen im tropischen Regenwald Südostasiens vor. Durch die Zerstörung ihres natürlichen Lebensraums sind sie dort zunehmenden Gefahren ausgesetzt. Auch der Wildtierhandel stellt für sie eine Bedrohung dar, da Gibbons als Babys von ihren Eltern getrennt und als Haustiere verkauft werden.

Gibbon als Haustier per Zeitungsannoce angeboten

Mootnick erwarb seinen ersten Gibbon namens Spanky 1976 auf eine Zeitungsanzeige hin, in der der Affe als Haustier angeboten wurde. Einige der Gibbons im Artenschutzzentrum wurden dort geboren, andere wurden aus anderen Einrichtungen übernommen, um Vielfalt im Zuchtprogramm zu gewährleisten. Von einigen der im Zentrum vertretenen Arten leben in freier Wildbahn nur noch weniger als 2.000 Tiere.

Die Einrichtung war die erste, der es gelang, Javan-Gibbons erfolgreich zu züchten, eine vom Aussterben bedrohte Art, die nur auf der indonesischen Insel Java vorkommt. Und bald wird von hier aus ein Paar Nördlicher Weißwangen-Schopfgibbons an den Zoo von Pittsburgh geschickt.

Fünf bis sechs Fütterungen am Tag

Tierpflegerin Jodi Kleier dreht am Morgen ihre Runde bei den Tieren - mit Eimern voll Salat, Süßkartoffeln und Bananen. Durch den Zaun reicht sie dem jungen Gibbon Rocky ein Stück Banane. Sie hat das Tier von Hand aufgezogen, nachdem es nach seiner Geburt im Center von seiner Mutter im Stich gelassen worden war. Kleiers Oberschenkel ziert ein Tattoo ihres Schützlings. Sie arbeitet seit zehn Jahren hier. Angefangen hat sie als Freiwillige nach einem Besuch im Zentrum während ihres Studiums.

Zu den Aufgaben der Tierpflegerin und der Freiwilligen gehört das Waschen und Zubereiten von – großen Mengen - Obst und Gemüse. Die Gibbons werden fünf- bis sechsmal täglich gefüttert, um ihren Fressrhythmus in freier Wildbahn zu imitieren. "Ich liebe es, Primaten beim Spielen zuzusehen, weil sie uns so natürlich erscheinen", sagt Kleier. "Wir erkennen uns quasi ihnen wieder."

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