Blaualgen sprießen: Hier sollten Sie nicht ins Wasser gehen | Weather.com
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Bestätigt: Hund starb an Blaualgen im See - Hier sollten Sie nicht ans Wasser gehen

Blaualgen - Jörg Farys / BUND
Seit einigen Jahren kommt es zu verstärkten Algenblüten
(Jörg Farys / BUND)

Blaualgen treten in diesem Jahr gehäuft in Gewässern auf. Bei einer zunehmenden Zahl von Seen wird vor dem Baden gewarnt, in Schwaben sind mutmaßlich drei Hunde gestorben, nachdem sie das kontaminierte Wasser getrunken haben.

Laborbefund eindeutig: Hund starb an Blaualgen

Bei einem der drei Hunde, die Anfang und Mitte August nach einem Spaziergang am Mandichosee in Merching bei Augsburg verendet sind, ist die Todesursache inzwischen geklärt: Er starb „zweifelsfrei an einer Anatoxinvergiftung“, wie ein Sprecher des Landratsamts Aichach-Friedberg dem Bayerischen Rundfunk sagte. Ein Labor wies im Magensaft des Hundes Anatoxin sowie Cyanobakterien der Gattung Tychonema nach. Anatoxin ist ein Nervengift, das von den auch als Blaualgen bezeichneten Cyanobakterien produziert wird.

Blaualgen können Ausschlag und Erbrechen verursachen

Blaualgen sind keine echten Algen, auch wenn es ihr Name vermuten lässt. Sie sind Bakterien ohne Zellkern, die zur Photosynthese fähig sind. Ihre Vermehrung wird durch hohe Nährstoffwerte im Wasser etwa durch Überdüngung und Hitze gefördert.

Bei empfindlichen Menschen können sie bei Hautkontakt allergische Reaktionen oder Bindehautentzündung hervorrufen. Das Verschlucken von Blaualgen kann zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall führen, vor allem wenn dies mehrere Tage hintereinander geschieht. Besonders gefährdet sind Kleinkinder und, wie die Fälle am Mandichosee zeigen, Hunde.

Für den See gilt inzwischen ein generelles Aufenthaltsverbot, denn an welchen Stellen genau die Blaualgen vorkommen, wissen die Behörden noch nicht.

Weitere Verbote und Warnungen

Brandenburg: Das Gewässer ist längst nicht der einzige, in dem derzeit Blaualgen blühen. Die Behörden im Süden Brandenburgs warnten am Freitag, dass sich die Bakterien in der Dahme bei Zeuthen und im Nottekanal (Landkreis Dahme-Spreewald) ausbreiten, weiter sei neben dem Branitzer See auch der Madlower See bei Cottbus betroffen. Entsprechende Warnhinweise seien aufgestellt, das Baden und auch das Spielen am Ufer in Wassernähe werde nicht empfohlen.

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Berlin: In der Hauptstadt fiel diese Woche das traditionelle Baden im Spreekanal aus wegen der Blaualgenblüte in der Spree.

Bayern: Der See in Frensdorf in der Oberfranken ist bereits seit Wochen gesperrt. Weiter gelten Verbote für den Dechsendorfer Weiher bei Erlangen und den Eixendorfer See in der Oberpfalz, eine Warnung besteht für Strände des Altmühlsees und des Kleinen Brombachsees in Mittelfranken.

Umweltschützer haben Fälle vom 1. Juli bis 12. August dieses Jahres zusammengetragen: An mindestens 32 Orten war oder ist das Baden wegen Blaualgen verboten. An 88 weiteren Stellen wurde Warnungen ausgesprochen.

Bei Blaualgen bilden sich Schlieren - Credit: Jörg Farys / BUND
Schlierenbildung ist typisch für Blaualgen.
(Jörg Farys / BUND)

Befall hat stark zugenommen

„Blaualgen sind ein deutliches Zeichen, dass unsere Gewässer in einem ökologisch kritischen Zustand sind“, sagte Laura von Vittorelli, BUND-Expertin für Gewässerpolitik. Schon im vergangenen Jahr habe es mit 47 Badeverboten auffallend viele Fälle gegeben – in früheren Jahren sei der Befall in maximal 18 Seen pro Jahr entsprechend schwerwiegend gewesen.

Daran erkennen Sie Blaualgen

Da Blaualgen auf dem Wasser schwimmen, ist eine hohe Konzentration in der Regel zu erkennen. Hinweise:

  • Gewässer wirkt grünlich oder bläulich-grün gefärbt (Blaualgen sind häufig grün)
  • Schlierenbildung oder wolkenartige Verteilung der Algen
  • Vorsicht ist geboten, wenn beim Stehen bis zu den Knien im Wasser die Füße kaum noch zu sehen. Hier kann sich um Blaualgen oder um harmlose Grünalgen handeln.

Generell werden Badestellen regelmäßig auf ihre Wasserqualität kontrolliert, weshalb kontaminierte Gewässer ausgewiesen sein sollten.

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