Von hier stammt das Nanoplastik in Gletschern | Weather.com
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Forschende enthüllen: Von hier stammt das Nanoplastik in Gletschern

Back country skiing on the Bündner Haute Route from Zuoz to Davos in Switzerland.
Die Proben für die Analyse des Nanoplastiks wurden entlang der Haute Route von Gletschern in Frankreich und der Schweiz entnommen.
(GettyImages)

Bei einer neuen Untersuchung haben Forschende, wie vorausgesagt, Nanoplastikpartikel in Alpengletschern gefunden. Erstaunlich ist jedoch, woher die Plastikspuren stammen.

D​ie Gruppe von Wissenschaftlern des Helmholzentrums haben ihre Ergebnisse in "Scientific Reports" veröffentlicht.

N​anoplastik ist besonders gefährlich

Nanoplastik entsteht durch den Zerfall von Makro- und Mikroplastik in der Umwelt. Es kann leicht eingeatmet werden und in den Blutkreislauf gelangen. Dušan Materić, Forscher beim Helmholzzentrum und Mitautor der Studie, erklärt in einer Mitteilung: "Nanoplastik ist besonders besorgniserregend, da es, anders als Mikroplastik, nicht [aus dem Körper] herausgefiltert wird."

Materić und sein Team untersuchten die Verschmutzung von Alpengletschern mit Nanopartikeln. Der Hauptgrund für die Studie war, die Herkunft der Partikel herauszufinden.

Die Probenentnahme erfolgte in über 3000 Metern Höhe unter äußerst gefährlichen Bedingungen: Bergsteiger sammelten Schnee und Eis von 14 Gletschern entlang des Wanderwegs Haute Route in Frankreich und der Schweiz.

Analyse der Gletscherproben

Die Forschenden nutzten ein hochauflösendes Massenspektrometer zur Analyse. Bereits die ersten Auswertungen zeigten eine Überraschung: Lediglich an fünf der 14 Standorten war Nanoplastik zu finden. Dieser setzte sich zum größten Teil aus Reifenabrieb sowie Polyethylen und Polystrol zusammen

Die Konzentrationen lagen zwischen 2 und 80 ng/ml geschmolzenen Schnees.

Um die Herkunft der Partikel zu bestimmen, arbeiteten die Wissenschaftler mit dem Partikelausbreitungsmodell «Flexpart», der den atmosphärischen Transport des Plastiks analysiert.

Nanoplastik wird vom Westen angeweht

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Mithlife von Parametern wie Wind, Temperatur und Luftdruck konnte im Zusammenhang mit der Fundort des Nanoplastiks anhand des Modells bestimmt werden, woher die Partikel stammten.

Die Analyse ergab eindeutig: Ein Großteil des Plastiks wurde aus dem Westen in die Gletscherregion eingetragen. Ein Grund hierfür könnte unter anderem sein, dass auf der nördlichen Hemisphäre Westwinde dominieren.

Small plastic pellets on finger. Micro plastic, problem. Close up side shot of microplastics lay on people's hands. Concept of water pollution. Idea for climate change.
Nanoplastik entsteht, wenn sich handelsübliches Plastik zersetzt.
(GettyImages)

D​och nicht nur die Windrichtung ist bekannt, der Herkunftsort ist noch genauer bestimmbar: Über 50 Prozent des Nanoplastiks stammt aus dem Atlantik. "Es gibt viel Makro- und Mikroplastik im Meer. Dieses zerfällt zu Nanoplastik und gelangt in die Atmosphäre", erklärt Materić.

D​ie vom Festland stammenden Partikel kamen zumeist aus Frankreich, gefolgt von Spanien und der Schweiz.

W​eltweite Analysen in Arbeit

U​m weitere Daten für die globale Verbreitung zu erfassen, gibt es das Citizen-Science-Projekt GAPS 2024. Hierfür sollen Bergsteiger weltweit Proben von Gletschern sammeln und den Forschenden zukommen lassen.

Erste Proben aus der Antarktis, Neuseeland und dem Himalaya sind bereits im Labor des Helmholzzentrums eingetroffen. Die Analyse wird weitere Erkenntnisse zur Verbreitung von Nanoplastik - und dessen Gefährlichkeit - liefern.

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