Wasserpest wuchert und sorgt für Probleme | Weather.com
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Experten mähen unter Wasser: Hier wuchert die Wasserpest

Hessische Wassersportvereine kämpfen in diesem Jahr mit einem ungewöhnlich starken Wuchs der Wasserpest. Regatten mussten abgesagt werden. Nun kommt großes Gerät zum Einsatz.

18.07.2017, Nordrhein-Westfalen, Essen: Teppiche der Elodea (Wasserpest) schwimmen am 19.07.2017 auf dem Baldeneysee in Essen (Nordrhein-Westfalen). (Roland Weihrauch/dpa)
18.07.2017, Nordrhein-Westfalen, Essen: Teppiche der Elodea (Wasserpest) schwimmen am 19.07.2017 auf dem Baldeneysee in Essen (Nordrhein-Westfalen).
(Roland Weihrauch/dpa)

Eine glitschige Pflanze macht in diesem Jahr Freizeitsportlern besonders zu schaffen – die Wasserpest. Auch an hessischen Gewässern wuchern die Kanadische Wasserpest (Elodea canadensis) sowie die Schmalblättrige Wasserpest (Elodea nuttallii) und treiben Vorständen von Wassersportvereinen die Sorgenfalten auf die Stirn. Im Kampf gegen den Bewuchs wird nun im Schiersteiner Hafen in Wiesbaden ein Mähboot eingesetzt.

Probleme mit diesen Wasserpflanzen träten zwar immer wieder auf, sagt Stefan Hausmann, Vorstandsmitglied beim Wassersport-Verein Schierstein. Aber noch nie sei der Bewuchs so hoch gewesen und habe so weit in das Hafenbecken hineingeragt. Das wirke sich auf den Trainingsbetrieb aus, Veranstaltungen seien abgesagt worden, darunter Regatten mit Kanus, Drachenbooten und Segelbooten sowie ein Bootskorso.

Auch wenn im Schiersteiner Hafen nun zunächst einmal Abhilfe geschaffen wird, es ist allenfalls eine vorübergehende Lösung. Denn die Wasserpest sei "sehr dominant", sagt Katharina Albert aus der Abteilung Naturschutz des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie. Sie überwuchere andere Pflanzen und verbreite sich vegetativ, also beispielsweise auch über Vögel, wenn die Pflanzenteile irgendwo fallenlassen. "Man kriegt sie einfach schwer wieder raus", sagt Albert.

20.07.2026, Hessen, Wiesbaden: Ein Boot mit Sammelkorb und ein Mähboot fahren durch das Hafenbecken. Die Wasserpest ist eine eingeschleppte Art und wächst extrem schnell. Sie verdrängt andere heimische Wasserpflanzen. (Hannes P. Albert/dpa)
20.07.2026, Hessen, Wiesbaden: Ein Boot mit Sammelkorb und ein Mähboot fahren durch das Hafenbecken. Die Wasserpest ist eine eingeschleppte Art und wächst extrem schnell. Sie verdrängt andere heimische Wasserpflanzen.
(Hannes P. Albert/dpa)

"Invasive Art mit unionsweiter Bedeutung"

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Recht weit verbreitet ist in Gewässern in Hessen und Rheinland-Pfalz vor allem die Schmalblättrige Wasserpest (Elodea nuttallii). Sie kommt ursprünglich aus Nordamerika, wie aus dem Artensteckbrief des Regierungspräsidiums (RP) Gießen hervorgeht. Und sie kann binnen kurzer Zeit dichte Bestände bilden, aus kleinen Resten können schnell wieder neue Pflanzen wachsen. Das RP spricht von einem "großen Regenerationspotenzial".

Seit 2017 gilt Elodea nuttallii laut einer EU-Verordnung als "invasive Art mit unionsweiter Bedeutung". Dem Landesamt für Umwelt (LfU) Rheinland-Pfalz zufolge hat sie die ursprünglich aus Kanada eingeschleppte und hierzulande zunächst noch häufiger vorkommende Kanadische Wasserpest (Elodea canadensis) größtenteils verdrängt. Elodea nuttallii sei insgesamt anpassungsfähiger, erklärte das LfU.

20.07.2026, Hessen, Wiesbaden: Ein Boot mit Sammelkorb hebt gemähte Wasserpest aus dem Wasser. Die Wasserpest ist eine eingeschleppte Art und wächst extrem schnell. Sie verdrängt andere heimische Wasserpflanzen. (Hannes P. Albert/dpa)
20.07.2026, Hessen, Wiesbaden: Ein Boot mit Sammelkorb hebt gemähte Wasserpest aus dem Wasser. Die Wasserpest ist eine eingeschleppte Art und wächst extrem schnell. Sie verdrängt andere heimische Wasserpflanzen.
(Hannes P. Albert/dpa)

Gefahr für einheimische Arten – Einfluss auf Nahrungsketten

Die Schmalblättrige Wasserpest mit ihren bis zu einem Zentimeter langen zugespitzten Blättern und bis zu drei Metern langen Stägeln verbreitet sich vegetativ, wie es im Fachjargon heißt – also auch, indem Reste von ihr von Booten oder auch Vögeln in andere Gewässer oder Gewässerbereiche verschleppt werden.

In dichten Beständen kann die Wasserpest andere Pflanzen überwuchern und so einheimische Arten verdrängen. Außerdem könne sie zu einem Rückgang von Planktonalgen führen und damit Nahrungsketten beeinflussen, erklärt das RP weiter. Das kann zum Beispiel Folgen für Wasserflöhe haben, die Plankton fressen.

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