Hobbygärtner aufgepasst! Die Eisheiligen verspäten sich | The Weather Channel
Advertisement
Advertisement

Hobbygärtner aufgepasst! Die Eisheiligen verspäten sich

image
Für empfindliche Pflanzen sind späte Frosteinbrüche meist tödlich
(colourbox.de)

Obwohl der Frühling in Deutschland mitunter schon im April warme Temperaturen bringen kann, ein Datum bleibt gefürchtet. An den Eisheiligen, den Tagen zwischen dem 11. und 14. Mai, soll es trotz vorheriger Wärme Kälteeinbrüche geben. Gärtner kennen die alte Bauernregel, denn empfindliche Pflanzen überstehen späte Frosteinbrüche nicht. 

Bleiben Sie immer über aktuelle Wetterwarnungen informiert und laden Sie sich hier die TWC-App herunter.

Auch in diesem Jahr bleibt der gefürchtete Kälteeinbruch nicht aus. Allerdings kommt er etwas verspätet. In einigen Landesteilen tritt erst ab Freitagmorgen, den 18 Mai Frost auf und das ab einer Höhe von 600 Metern. Ab 400 Meter ist Bodenfrost zu erwarten, der besonders für Pflanzen zur Gefahr werden kann. Die folgende Karte zeigt Ihnen, ob Ihr Ort von dem Kälteeinbruch betroffen ist.

image

 

Bauernregel aus dem Mittelalter

Der Ursprung der Eisheiligen ist im Mittelalter zu finden. Namensgeber sind die Heiligen Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophia, die heute als „Kalte Sophie“ bekannt ist und am 15.Mai das Ende der Kälteeinbrüche markiert. Diese Tage waren in früheren Zeiten noch sehr viel wichtiger als heute, da eine Aussaat, die durch Bodenfrost zerstört wird, den Ruin eines Bauern bedeuten konnte.  

Advertisement

Heute sollten sich Hobbygärtner und Bauern jedoch nicht auf das traditionelle Datum der Frostbringer verlassen. „Betrachtet man den Verlauf der mittleren Tagestemperatur im Mai, basierend auf den Daten der letzten 50 Jahre, dann erkennt man einen sehr markanten Temperatureinbruch zwischen 20. und 25. Mai, also rund zehn Tage nach den Eisheiligen,“ so Klimatologe Alexander Orlik der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik Österreich (ZAMG).

Verschoben durch eine Kalenderreform

Das ist unter anderem durch die  „Gregorianische Kalenderreform“ im 16. Jahrhundert zu erklären. Diese Reform sollte den Frühlingsanfang wieder auf den 21.März bringen. Um das zu erreichen, wurden in dem Jahr 1582 zehn Tage ausgelassen. Das kann dazu geführt haben, dass sich auch die Eisheiligen um zehn Tage verschoben haben.

Doch wie konnte schon im Mittelalter so gut vorhergesagt werden, wann es im Mai noch einmal Bodenfrost geben kann? Alexander Orlik erklärt: „Möglicherweise haben unsere Vorfahren das Wetter wirklich sehr gut beobachtet und eine meteorologische Besonderheit entdeckt." Denn im Mai heize sich der europäische Kontinent deutlich schneller auf als das umliegende Meer. Durch Tiefdruckgebiete könne dann polare Luft bis nach Mitteleuropa eindringen. Durch diesen Mechanismus sei es gut möglich, dass es zu gehäuften Kaltlufteinbrüchen in der zweiten Maihälfte komme, so der Experte der ZAMG.

 

Advertisement