Weiße Nächte in Deutschland: Hier zeigt sich jetzt ein Silberstreif am Horizont | Weather.com
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Weiße Nächte in Deutschland: Hier zeigt sich jetzt ein Silberstreif am Horizont

In nördlichen Städten wie St. Petersburg sind die weißen Nächte ein regelrechter Tourismus-Magnet.
(GettyImages)

Der längste Tag des Jahres steht kurz bevor: Die Sommersonnenwende. Am 20. Juni, um 23.43 Uhr, erreicht die Sonne ihren Höchststand auf der Nordhalbkugel. Danach werden die Tage wieder kürzer und die Nächte wieder länger.

Jahreszeit bringt weiße Nächte

In den Tagen rund um die Sommersonnenwende erleben die nördlichen Regionen ein besonderes Phänomen: Weiße Nächte. So nennt man Nächte, in denen es nie vollkommen dunkel wird. Dabei steht die Sonne nur knapp unter dem Horizont und spendet auch mitten in der Nacht noch dämmriges Licht. Weiße Nächte erleben vor allem die Regionen nördlich des 57. Breitenkreises (etwa auf der Höhe von Riga).

Auch in Deutschland können wir ansatzweise weiße Nächte erleben. Auf der Nordseeinsel Sylt und in der Region um Flensburg zeigt sich in den Nächten rund um die Sommersonnenwende ein deutlicher Silberstreifen am Horizont. Dieser zieht im Lauf der Nacht von West nach Ost – zusammen mit der Position der Sonne.

In nördlichen Städten wie St. Petersburg sind die weißen Nächte ein regelrechter Tourismus-Magnet. Nachts hält sich die wunderschöne Abenddämmerung von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang.

Es bleibt lange hell

Die anderen Regionen in Deutschland erleben zwar keinen Silberstreif am Horizont, aber auch hier hat der Hochstand der Sonne Auswirkungen. Zum einen geht die Sonne sehr spät unter, zum anderen dauert die Dämmerung die ganze Nacht lang an – allerdings ist das mit bloßem Auge kaum zu sehen.

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Nach Sonnenuntergang durchläuft der Himmel mehrere Stadien der Dämmerung: Die Bürgerliche Dämmerung, die Nautische Dämmerung, und schließlich die astronomische Dämmerung.

Nach und nach kommen die Sterne

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Bei der bürgerlichen Dämmerung ist der Himmel noch recht hell, und damit ist das Lesen unter freiem Himmel noch möglich. Gleichzeitig zeigen sich die hellen Planeten wie Jupiter und Venus, und auch die hellsten Sterne werden langsam sichtbar. Die Sonne neigt sich dabei höchstens 6 Grad unter den Horizont. Zur Sommersonnenwende dauert diese Dämmerung etwa 50 Minuten.

Während der nautischen Dämmerung ist der Horizont zwar noch zu erkennen, aber es zeigen sich weitere Sterne am Himmel. Teils kann man auch Sternbilder erkennen. Die Sterne und ihre Position zum Horizont können bei der Schifffahrt zur Navigation benutzt werden. Daher kommt auch der Name dieser Dämmerung. Die Sonne befindet sich dabei bis zu 12 Grad unter dem Horizont. Zur Sommersonnenwende dauert diese Dämmerung hierzulande etwa 2 Stunden.

In Deutschland wird es nicht mehr so dunkel

Schließlich folgt die astronomische Dämmerung. Während ihr sinkt das Licht weiter und mehr Sterne werden sichtbar. Dieses Stadium hält solange vor, bis die endgültige Dunkelheit der Nacht eingetreten ist und es nicht mehr dunkler wird. Die Sonne sinkt währenddessen bis zu 18 Grad unter den Horizont.

Zur Sommersonnenwende endet die astronomische Dämmerung in Deutschland nie. Der Himmel wird also über Nacht nicht so dunkel wie zu den anderen Jahreszeiten.

Sommer am Nordpol

Nördlich des Polarkreises (bei etwa 66° Nord) geht die Sonne zu dieser Jahreszeit gar nicht mehr unter. Am geografischen Nordpol selbst bleibt es für ganze 6 Monate durchgehend hell. In so einem Fall spricht man von einem Polartag. Je weiter man sich vom Pol entfernt, desto kürzer ist der Polartag, also der Zeitraum, in dem auch nachts die Sonne scheint.

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