Massive Staubwolke über der Karibik: Doch sie hat auch etwas Positives | The Weather Channel
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Massive Staubwolke über der Karibik: Doch sie hat auch etwas Positives

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In der Karibik zeigt sich in dieser Woche ein besonderes Phänomen: Dichter Saharastaub. Eine massive Staubwolke aus der afrikanischen Wüste wurde quer über den Atlantik geweht und bringt dort die stärkste Staubkonzentration seit Jahren. In dieser Woche wird sich ein Teil des Staubs in den Golf von Mexiko und Teile der USA verlagern.

Typischerweise bilden sich dichte Staubwolken in der Sahara vom späten Frühling bis in den frühen Herbst. Alle drei bis fünf Tage verlagern sie sich in Richtung Westen auf den atlantischen Ozean. Dort zerfasern sie immer mehr auf ihrer Reise nach Mittelamerika.

Höchste Konzentration seit 15 Jahren

Diese aktuelle Staubwolke ist besonders, weil sie trotz der langen Reise noch eine sehr hohe Konzentration aufweist. Sie hat sich zur Mitte der vergangenen Woche von Westafrika gelöst und seitdem fünf- bis sechstausend Kilometer zurückgelegt.

Über Puerto Rico beispielsweise wurde die höchst Staubkonzentration seit 15 Jahren gemessen. Dort legte sich der Staub bereits auf Autos und anderen Oberflächen unter freiem Himmel ab.

Quelle: AP Photo/Carlos Giusti
Saharastaub verdunkelt den Himmel über Puerto Rico.
(AP Photo/Carlos Giusti)

Feiner Staub – große Wirkung

Die Staubpartikel bewirken oft dunstige Himmel, aber auch spektakuläre Sonnenauf- und untergänge. Dazu verschlechtert sich die Luftqualität, was insbesondere für Asthmatiker zum Problem werden kann.

Außerdem hat diese kräftige Saharawolke einen weiteren Effekt in der Karibik: Hurrikans werden bei ihrer Entstehung ausgebremst.

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Dabei spielen allerdings nicht die Partikel selbst eine Rolle, sondern die Trockenheit der Saharaluft und die Wetterlage, die den Staub transportiert hat.

Hurrikans haben kaum eine Chance

Die trockene Luft kann rund um Tropenstürme und Hurrikans Absinkwinde auslösen, die die Stürme schwächen.

Außerdem weht typischerweise sehr starker Wind in den oberen Luftschichten, wenn Staub bis in die Karibik transportiert wird. Dieser starke Höhenwind kann Stürme schon bei ihrer Entstehung regelrecht „zerreißen“.

Wir befinden uns jetzt gerade am Anfang der atlantischen Hurrikan-Saison. Normalerweise beginnt diese Zeit eher ruhig mit nur wenigen Tropenstürmen, und erst im Spätsommer und Frühherbst bilden sich die heftigen Stürme aus. Trotzdem wird der Einfluss der Saharaluft in den nächsten Wochen die Hurrikan-Entwicklung ausbremsen.

Quelle: NOAA via AP
Satellitenaufnahme der Staubwolke über der Karibik.
(NOAA via AP)

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